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Art. Nr.: 196
Carl Moll
(Wien 1861 - 1945 Wien) Waldweg bei Kreuzberg an der Rax Öl auf Leinwand 70,5 x 60,5 cm Monogrammiert und datiert rechts unten: CM 43 Provenienz: Österreichischer Privatbesitz Literatur: Vgl. Hans Dichand (Hg.): Carl Moll. Seine Freunde. Sein Leben. Sein Werk. Welz, Salzburg, 1985. S. 74, Abb. 98.
"Die Bilder [..] vom Kreuzberg enthalten den Wunsch nach reiner Positivität. Eine Malerei, die in reicher Ausformung die "Elemente" des Natürlichen, der Erde, der Bäume und Sträucher, des Wassers, der Luft und des Lichtes verdichten. Wie die Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts durch Verstädterung und Industrialisierung bedrohte Topoi festhielt, so bedeutete der "moderne Naturalismus" Flucht und Seelentrost in einem. Gegenüber dem Zerfall bürgerlicher Kultur, der Krise der Werte, den politischen und sozialen Konflikten, den ökonomischen Widersprüchen, stellt sich "reine Natur" zeitlos und ewig-positiv dar. [...] Die persönliche Zäsur, der Tod der geliebten Frau im Jahr 1938, hinterließ natürlich auch Spuren im künstlerischen Werk. Depressive Züge beginnen sich zu verstärken. Die Themenwahl konzentriert sich auf Orte, mit denen Moll positive Erinnerung verbinden kann. Hinter oberflächlicher Idylle zeigt sich Brüchigkeit. Die Palette verdunkelt sich wieder, die Formen verfestigen sich. Letztlich stellen Bilder vom Semmering und Kreuzberg einen inneren Dialog mit persönlicher Geschichte dar."(Astrid Gmeiner: Mittler zwischen Tradition und Moderne. In: Hans Dichand (Hg.): Carl Moll. Seine Freunde. Sein Leben. Sein Werk. Welz, Salzburg, 1985, S. 67ff.)
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