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Art. Nr.: 464
Arnulf Rainer*
(Baden 1929 geb.) Kreuzübermalung Öl auf Fotokarton auf Holz 150 x 80 cm Monogrammiert rechts unten: R 1985-87
Kreuzübermalungen durchziehen das gesamte Oeuvre von Arnulf Rainer. Um die Mitte der 1950er Jahre, in der eminent wichtigen Aufbruchsphase des "Übermalers", entstanden bereits einige der überzeugendsten und eindringlichsten dieser Bildbeispiele. Rainer zimmerte sich Kreuze aus zusammengehängten und genagelten Hartfaserplatten bzw. kleinen Holztafeln, die er farbig reduziert vorwiegend in Schwarz, Braun und dunklem Rot mit großer Intensität übermalte. Ab 1960 und dann verstärkt wieder mit Beginn der 1980er Jahre hat der bedeutende Künstler faktisch alle Variationen durchgespielt, die Kreuze und Kreuzesfigurationen im Kontext mit der Kunstgeschichte betreffen. Kreuzbilder und Christusdarstellungen unter Einbezug von Photos aus der Kunstgeschichte finden sich ab 1980 in größeren Serien und größeren Formaten. 1992 stellte Arnulf Rainer "Kreuz-Weisen", Kruzifikationen unterschiedlicher ikonographischer Ausrichtung, in der von Pater Friedhelm Mennekes geleiteten Kunststation St. Peter in Köln aus. Das hier veröffentlichte Beispiel einer 150 x 80 cm großen Kreuzübermalung, entstanden 1985 bis 1987, entspricht in seinem Umriss der Form eines lateinischen Kreuzes (Crux immissa). Als zentral eingesetzte Photovorlage verwendet der Künstler einen Christuskopf der Ostkirche, streng symmetrisch in seiner Ausrichtung, aber auch streng und ernst im fixierenden Blick der in reinem Schwarzweiss wiedergegebenen Darstellung. Das dazu kontrastierende expressive farbige Geschehen, basierend auf Fingermalerei, Farbverwischungen, partiellen Übermalungen und gewissen Effekten herabrinnender Farbe, entfaltet sich - vertikal und horizontal aufgeladen - in drei größeren Farbfeldern oder Aktionspartien.
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