Das Phänomen von artistischen Gruppen ist eine Erscheinung, die, so scheint es, in die Vergangenheit entschwunden ist. Insbesondere ist es besonders symptomatisch, wenn wir über die polnische Kunst sprechen.
Es ist noch nicht so lange her, als die 80er-Jahre der Lodz Kaliska gehörten – einer Künstlergruppe Formation, die auf die historische Fermentation, also die Entstehung der Solidarnosc, das Kriegsrecht und die Spannungen dieser Zeit, mit avantgardistischem Expressionismus, der mit einer Dosis zynischen Humors durchtränkt war, reagierte. Diese spezifische Art des Engagements der Gruppe um die Lodz Kaliska begründete sich auf einem eigenen Widerspruch gegen die nationalen und religiösen Symbole.
Diese Gruppen bezeichneten den mentalen Zustand der damaligen Generation, die in eine unruhige Geschichte verstrickt war. Sie waren auch ein Kommentar zur Situation im Kunstmilieu, das geteilt war in welche, die ihre Werke in Kirchen zeigten und solche Gruppen, die keine Legitimation, weder eine kirchliche noch eine staatliche, hatten.
In den 90er Jahren war die am meisten repräsentative Linse, in welcher sich die Probleme der Kunstwelt zeigten, die Gruppe Azorro. Die Motive ihres Repertoires waren sehr kritisch und ironisch: Das Bewusstsein der Erschöpfung, das Unvermögen etwas Neues zu erschaffen, die Absurdität der Regeln, die die Position eines Künstlers bestimmen, der Nonsens die Kunst zu definieren. Seit einiger Zeit schon zeigt Azorro ihre Werke nicht mehr gemeinsam. Die verschiedenen Gruppenmitglieder konzentrieren sich auf ihren einzelnen Karrieren. Man könnte auch sagen, dass die Formel ein Ende fand.
Wie sollen am Anfang der XXI Jahrhundert Künstlergruppen funktionieren? Ob solche Art von Zusammenarbeit noch sinnvoll ist?
Die Problematik des Aufbaus und des Repräsentierens des eigenen Bildnisses in der Öffentlichkeit – Sachen, die auf den Kunstmarkt eine große Rolle spielen, sind dem Kollektivismus nicht förderlich. Doch die Gruppe "Cokolwiek lepsze jest niż nic" zeigt, dass noch immer ein solches Bedürfnis besteht, obwohl die Dynamik und die Art des Agierens der Mitglieder sich von dem der Vorgänger unterscheidet.
Schon der Name ruft die Atmosphäre von Nihilismus hervor – kein Enthusiasmus, keine Verzweiflung. Ganz einfach ein paar Leute: Marcin Dzbanuszek, Kuba Grygiel, Krzysztof Ignasiak und Dawid Pochopień
2000 fanden sie sich auf derselben Akademie, auf welcher (wie sonst auf anderen Akademien auch) eine Lähmung und Apathie herrschte. Die Reaktion der jungen Künstler darauf war die Gründung einer Gruppe, mit dem Ziel sich gegenseitig in künstlerischer Arbeit zu motivieren.
In der Galerie Sandhofer werden die Arbeiten fast aller Mitglieder der Gruppe (außer Dawid Pochopny) gezeigt.
Kuba Grygiel ist Autor von Werken, die über die wichtigsten Vertreter der polnischen Kunst erzählen. Solch eine Reflektion ist etwas äußerst seltenes, gleichzeitig jedoch sehr erforderlich, um so mehr, da seine Arbeiten in etwas unreale Welten führen: Hier sehen wir z.B. Paweł Althamer porträtiert vor dem Hintergrund seines bekanntesten Werkes "Bródno 2000". Auf einem anderen Bild sehen wir Joanna Rajkowska – die auf ihrem, mit ihrem eigenen Körper und mit ihrer Position als Künstlerin experimentiert. Dann Cezar Bodzianowski, der wie der Tausendkünstler aus Lublin, mit einer Baskenmütze mit Antenne die Absurdität der Welt entdeckt. Kuba machte aus ihnen Symbole, in Positionen zu welchen sie wirklich auch wurden und welche sie wirklich auch erreichten, und die Schwere ihrer Arbeit trägt der Künstler gemeinsam mit.
Krzysztof Ignasiak wiederum präsentiert poetische Realität, in welcher die Melancholie, das Undefinierbare und Geheimnisvolle regiert. Seine Arbeiten rufen den Geist von Statys Eideregevicius hervor. Es wirkt hier eine ähnliche surrealistische Vorstellungskraft und "Unheimlichkeit".
Marcin Dzbanuszek zeigt in seinen Werken Reflektionen über die Bildoberfläche, als einem Objekt das auf der Wand aufgehängt wird. Auf interessante und humorvolle Weise spielt er damit, indem er auf grauem Untergrund Objekte zeichnet, die ihre Realität verlieren, indem er sie auf seine Weise abstrahiert.
"Cokolwiek lepsze jest niż nic" - „ Irgendwas ist besser als nichts“
Ist in gewisser Weise ein ironischer Kommentar zur Gruppenthematik und ihren Bedürfnissen: Der stilistischen Einheitlichkeit, der Haltung und Ideologien. Die Künstler treten zwar gemeinsam auf, doch zeigen sie wie „künstlich“ solch eine Situation ist. Wenn wir trotz allem etwas Gemeinsames suchen würden, was allen drei Künstlern eigen ist, wäre es die programmierte Unspektakularität. Schon die Wahl der Technik wie die Zeichnung, welche etwas bescheidenes jedoch sehr zeitaufwändiges aber sicher nicht so imposantes wie Malerei ist. Genauso in der Wahl ihrer Motive: Die Künstler interessiert nicht die Politik, kritisch zu sein, zu schockieren, oder das sehr Persönliche.
Diese Flucht vor Definierung erlaubt uns viele Schichten dieser Werke zu entdecken. Wir empfinden nicht, dass jemand um uns als Zuschauer kämpft, dass jemand uns gefallen will und um uns wirbt, um eine gewisse Reaktion auszulösen.
Wenn also diese Gruppe als solche die Atmosphäre dieser Zeit widerspiegelt, könnte man sagen, dass "Cokolwiek lepsze jest niż nic" uns zeigt, dass die Kunst von uns nichts will und die Frage in Raum stellt, ob wir etwas von ihr wollen könnten.
Ola Jach
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Art. Nr.:
" Artur Zmijewski " Mischtechnik und Digitaldruck auf Karton 54x54 cm
Jakub Grygiel / Polen
Kuba Grygiel ist Autor von Werken, die über die wichtigsten Vertreter der polnischen Kunst erzählen. Solch eine Reflektion ist etwas äußerst seltenes, gleichzeitig jedoch sehr erforderlich, um so mehr, da seine Arbeiten in etwas unreale Welten führen: Hier sehen wir z.B. Paweł Althamer porträtiert vor dem Hintergrund seines bekanntesten Werkes "Bródno 2000". Auf einem anderen Bild sehen wir Joanna Rajkowska – die auf ihrem, mit ihrem eigenen Körper und mit ihrer Position als Künstlerin experimentiert. Dann Cezar Bodzianowski, der wie der Tausendkünstler aus Lublin, mit einer Baskenmütze mit Antenne die Absurdität der Welt entdeckt. Kuba machte aus ihnen Symbole, in Positionen zu welchen sie wirklich auch wurden und welche sie wirklich auch erreichten, und die Schwere ihrer Arbeit trägt der Künstler gemeinsam mit.
Verkaufspreis: € 220,00
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GRUPPE „COKOLWIEK LEPSZE JEST NIZ NIC“ „IRGENDWAS IST BESSER ALS NICHTS“
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