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Art. Nr.: 992
Hans LEINBERGER oder Umkreis
(um 1480-1531 oder wenig später) Betende Maria Süddeutschland, Anfang 16. Jahrhundert Holz, geschnitzt, minimale Reste alter Fassung; Darstellung der betenden Muttergottes in reich in Faltern gelegtes Gewand; museale, höchst qualitätvolle Arbeit; Ergänzungen an einer Hand; H. 87 cm
Provenienz: ehemals österreichischer Adelsbesitz, seit ca. 200 Jahren in Familienbesitz Ausgestellt in: Permanente Schaustellung bis Mai 2008 im Landesmuseum Oberösterreich, Linz Abgebildet in: Gotikschätze Oberösterreich, Linz 2002, 1/14/13, S. 304
Hans Leinberger, oder auch Lemberger genannt, gilt als der bedeutendste Bildhauer der Spätgotik in Altbayern und einer der größten seiner Zeit. Über seinen Geburtsort und die künstlerische Herkunft ist nichts bekannt, nur soviel dass er sich um 1510 in Landshut niederließ. Dort fertigte er ab 1516 für den Mitregenten Herzog Wilhelms IV., Herzog Ludwig X. einige Arbeiten an. Wie höhere Zahlungen untermauern, ist anzunehmen, dass seine damalige Stellung jener eines Hofkünstlers gleichte.
Als sein Hauptwerk gilt der Hochaltar des Kastulus-Münsters in Moosburg an der Isar (vollendet 1514), dem größten erhaltenen Altarretabel Altbayerns. Eine weitere wichtige Arbeit ist das 1513 datierte Anna-Selbdritt-Reliefs in der Kirche St. Johann im Gnadenthal im Gnadenthalklosters in Ingolstadt. Zu dieser Zeit dürfte der Bildhauer bereits einen sehr guten Ruf innegehabt und sich zahlreicher Aufträge erfreut haben. So wurde er etwa auch 1514 mit der Ausführung der Bronzestatue des Grafen Albrecht IV. von Habsburg nach einem Entwurf von Albrecht Dürer für das Grabmal Kaiser Maximilians in der Innsbrucker Hofkirche betraut. Dieser Auftrag war für sein ohnehin schon hohes Ansehen zusätzlich förderlich. Seinen Höhepunkt erreichte Leinberger schließlich Ende der 30er Jahre mit der ehemaligen Rosenkranzmadonna von St. Martin in Landshut.
Schätzpreis: von € 50.000,00 bis € 100.000,00
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