|
Art. Nr.: 367
Erika Giovanna Klien
(Borgo/Südtirol 1900-1957 New York) Maispflanze im Wind Aquarell auf Karton 74 x 36 cm Um 1945/46 Provenienz: Nachlass der Künstlerin; Nachlass der Schwester der Künstlerin; Nachlass des Sohnes der Künstlerin; Gemäldegalerie Michael Kovacek, Wien; Privatbesitz, Wien Literatur: Marietta Mautner Markhof: Erika Giovanna Klien. Hg. v. d. Gemäldegalerie Michael Kovacek. Eigenverlag, Wien, 2001, S. 54f (Abb. 17).
"Die Symbiose von Bewirktem und Wirkendem tritt in diesem Blatt nicht als Bedrohung sondern als glückliche Lösung in Erscheinung: Die vom Wind arg gezauste Maispflanze wird von der obersten Blattspitze bis hinunter ins Wurzelwerk von ondulierenden Wellenbewegungen durchrieselt, die im Kleinen die elastische Gestalt der ganzen Pflanze wiederholen. Dennoch nimmt die Stilisierung des Motivs im Gegensatz zu den vorangegangenen Beispielen dieser Zeit Rücksicht auf die Proportionen und Charakteristika der Umrißlinien im natürlichen Erscheinungsbild der Pflanze - ein Vorgehen, das durchaus als Rückkehr zu einer lebensbejahenden und freudigeren Einstellung aufgefaßt werden kann. Möglicherweise wird in dem undatierten Blatt tatsächlich ein Reflex auf einen überraschenden, aber beglückenden Einschnitt in das Leben der Künstlerin spürbar: Nach dem Ende des Weltkrieges konnte sie nach dem Schock der Atombombe über Hiroshima, inmitten größter beruflicher Schwierigkeiten wegen der in den USA beginnenden Probleme für Künstler und Intellektuelle, die der Sympathie für den Kommunismus verdächtigt wurden, wieder Kontakt mit ihrem in Österreich zurückgebliebenen Sohn Walter aufnehmen. Vielleicht spielt die Maispflanze als ein altes Hauptnahrungsmittel Amerikas und als neueingeführte, beliebte Kulturpflanze der Gegend südlich von Graz, in der ihr Sohn aufgewachsen war, auch auf die Verbindung zwischen den beiden Kontinenten und auf eine erhoffte Wiederbegegnung mit ihm an.
Schätzpreis: von € 25.000,00 bis € 50.000,00
|