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Art. Nr.: 362
Willi Eisenschitz
(Wien 1889 - 1974 Paris) Akt in Landschaft Öl auf Platte 80 x 98 cm Um 1950 Signiert rechts unten: W. Eisenschitz
"Willy Eisenschitz erweist sich in seinem an Landschaft und Menschen orientierten Oeuvre als überzeugter Verfechter der reinen Malerei. Der kultivierte Umgang mit Farbe beweist ebenso fortschreitende Kenntnisse und Erfahrungen wie große Sensibilität, die sich in der ganzen Bandbreite von Valeurs und Duktus zeigt. Eisenschitz setzt die Tradition der klassischen Moderne fort, versteht Farbe aber auch darüber hinausgehend in ihrem autonomen, den Eigenschaften des Materials verpflichteten Qualitäten. Auf diesem Weg nähert er sich, trotz seines Festhaltens an Gegenstand und Außenwelt, der absoluten Malerei. Was er nicht riskierte, war die allgemein nach 1945/50 zu beobachtende Loslösung vom Gegenstand bzw. der daraus resultierende Schritt zur abstrakten Malerei. Das ihm Gemäße, das, wovon der Künstler wirklich überzeugt war und als Chance bzw. Aufgabe der Malerei verstand, stellte er nie im Sinne modischer Anpassungen und Opportunismen in Frage. Sein mitunter deutlicher Hang zu einem gewissen Überschwang der Farbe und der damit verbundenen Dekorativität soll keineswegs geleugnet werden. Er erklärt sich möglicherweise aus dem fortwährenden Bestreben, der Farbe tatsächlich alles abzuverlangen, was diese - provoziert durch ungewöhnliche Naturerlebnisse und extremes Licht - zu geben vermag. Das Bewusstsein für Malerei, über das Eisenschitz verfügt, mündet letztlich in einer unverwechselbaren Ästhetik, die sich mit Engagement zu Ausdruck und Emotionalität von Farbe und Farbauftrag bekennt. Der Grad der Personifizierung, den der Künstler wählt, ist immer ein zurückhaltender. Individualität und die genau bestimmte Physiognomie werden zugunsten des Allgemeinen, in breiterem Umfang Gültigen zurückgedrängt.
Schätzpreis: von € 35.000,00 bis € 70.000,00
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