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Art. Nr.: 596
Peter Friedl
(geb. 1960 Oberneukirchen, Oberösterreich) Ohne Titel (Diptychon) Öl auf Leinwand je 150 x 320 cm Je rückseitig signiert und datiert: P. Friedl 89 Blaues Bild rückseitig bezeichnet: I oben Rotes Bild rückseitig bezeichnet: II unten
Ausstellungen: Galerie Bleich-Rossi, 1989, Graz; Galerie König, 1990, Wien
Die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts radikalisierten Tendenzen der Konzeptualisierung und Immaterialisierung des Kunstobjektes, die schließlich mit der Auflösung des Objektstatus des Kunstwerkes selbst endeten. Lucy R. Lippard fand für diesen Prozess den Begriff der Dematerialisierung des Kunstobjektes. Die Epoche der Moderne ist mit der Auflösung des Kunstobjektes zu Ende gegangen und das gesamte Programm der Moderne wurde in den folgenden Jahrzehnten einer Kritik, Revision, Relektüre oder Neuauflage unterworfen. Als Ergebnis der konservativen Kritik landete die Kunst wieder in retrograden Träumen diverser Neoavantgarden. Als Ergebnis der progressiven Kritik der Moderne wurde das moderne Objekt durch Handlungsanweisungen und kommunikative Akte ersetzt. Peter Friedl ist einer der wenigen Österreicher, die über die begriffliche Strenge und das künstlerische Vermögen verfügen, diese Entwicklung der Kunst zu einer erhöhten Komplexität auf internationalem Niveau mitzuverfolgen und voranzutreiben. Er hat insbesondere die entscheidende Verlagerung der Dematerialisierung von der formalen auf die inhaltliche Ebene, d.h. von der Makrosphäre des Formalismus (Makro-Ästhetik) zur Mikrosphäre des Sozialen (Mikro-Politik), verstanden und daher die Spielregeln der Kunst von rein ästhetischen Regeln der Objektkonstruktion in die Rahmenbedingungen sozialer Handlungsfelder übertragen.
Schätzpreis: von € 100.000,00 bis € 150.000,00
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Zeitgen. Kunst 14.10.
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