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Art. Nr.: 574
Wander Bertoni
(Cordisotto 1925 geb.) Das I aus dem Imaginären Alphabet Bronze poliert, auf Marmorsockel H. 156 cm (ohne Sockel) Signiert unten (auf der Plinthe): BERTONI 1955 Auflage: 6 Exemplare
Literatur: Vergleich: Kristian Sotriffer: Wander Bertoni. Das plastische Werk 1945-1980, Edition Tusch, Wien, 1981, Abb. 44 (S. 83, "Das I", Holz)
Wer auf einem Ausflug ins Burgenland zufällig durch Winden kommt, sollte die Gelegenheit nicht versäumen und das Freilichtmuseum Wander Bertonis besuchen. Und wer nicht weiß, wo Winden überhaupt liegt (nämlich ganz in der Nähe von Neusiedl), der sollte diesen Ausflug extra planen: Er wird möglicherweise eine Vorstellung davon bekommen, wie das Paradies aussehen könnte. Das Anwesen des großen österreichischen Bildhauers besteht aus dem alten Steinmauerwerk der Gritsch-Mühle, umgeben von einem weitläufigen Park, den zahlreiche Plastiken Wander Bertonis bewohnen; meist sind es stelenartig figurale Körper, die sich an bestimmten Stellen zu Kraftbündeln ballen. Es gibt wunderbare alte Bäume und einen Fischteich, der eigentlich ein Bach ist und auch im Winter nie zufriert. Hier finden sich die ersten abstrakten Arbeiten Bertonis aus den fünfziger Jahren, das imaginäre Alphabet, die Conditio humana, die Ecclesia, die Reliefs, Büsten, Sakralarbeiten, die Arbeiten um das "Indischen Tagebuch", ein Schlüsselwerk in Bertonis Schaffen, denn damit fand er die Loslösung von Wotrubas Blockabstraktionen hin zur expressiven Körperlichkeit. Der Künstler wurde 1925 in der Emilia Reggio geboren, einer Region, in der sich in der Romanik eine bedeutende figurale Bauplastik entwickelte. Dem Monumentalen begegnete er also bereits in seiner alten Heimat. 1943 kam er als Zwangsarbeiter nach Österreich und blieb hier. Nach dem Krieg studierte er an der Akademie bei Wotruba und gründete zusammen mit Anton Lehmden und Josef Mikl den "Art-Club". 1965 folgte seine Berufung an die Hochschule.
Schätzpreis: von € 25.000,00 bis € 35.000,00
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