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Art. Nr.: 571
Antoni Tàpies
(Barcelona 1923 geb.) Paquet Steinzeugton und Email 32,5 x 29 x 20 cm Signiert: tàpies 1985/86
Literatur: Mario Mauroner: España. Galerie Academia, Salzburg, 1998. o.S. (Abb.)
Zentral im Schaffen von Antoni Tàpies ist der Umgang mit Textur und Materie. Dennoch verweigert er sich der formalen Analyse der ästhetischen Möglichkeiten der Materie. Er konzentriert sich vielmehr auf die Suche nach ihren magischen Eigenschaften und ihrem Verwandlungspotential. Sein Werk ist u.a. von Raimundus Lullus, dem mittelalterlichen Universalgelehrten, beeinflusst, was sich in der vom Künstler spielerisch in sein Werk übernommenen Kombinatorik manifestiert. In Lullus sieht Tàpies neben dem Mystiker auch den Philosophen, Dichter und Wissenschafter. Nicht nur dessen Buchstaben erscheinen als dem Laien unverständliche Zeichen im Werk von Tàpies, sondern auch sein Name "Lull" taucht in Werken und Titeln auf. Die Zeichen sind jedoch oft nicht deutbar und scheinen nur aus ästhetischen Gründen ins Werk übernommen worden zu sein. Zu seinen charakteristischen Kalligraphien und Schriftzeichen zählen vor allem Kreuze sowie die Initialen "A" und "T". Die Arbeiten von Tàpies verweisen auf das Selbstverständnis des Künstlers als Schamane und "Alchemist", der die Natur der Materialien erkennen, Substanzen verändern und dem Leben Sinn verleihen kann. Viele seiner Werke erinnern an mittelalterliche Votivtafeln, die heilende Effekte haben sollen, wenn man sie nur auf verschiedene Teile des Körpers auflegt.
Der Agnostiker und Skeptiker Tàpies fand über den Surrealismus 1954 zu seiner persönlichen Ausdrucksweise. Für sich lehnt er den Begriff der abstrakten Malerei ab, da er keine Beschränkung für seine Kunst akzeptierte. Das bedeutete jedoch keine Rückkehr zur figurativen Malerei.
Schätzpreis: von € 20.000,00 bis € 30.000,00
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Zeitgen. Kunst 14.10.
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