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Art. Nr.: 528
Oswald Achenbach (Düsseldorf 1827–1905)
Abendstimmung über der römischen Campagna, signiert O. Achenbach, Öl auf Leinwand, 101,5 x 150 cm, gerahmt, minimale Farbabbl. (Rei)
Oswald Achenbach:
Im Jahre 1857 unternahm Oswald Achenbach seine dritte Italienreise, auf der er Rom und die Campagna kennenlernte. Vorliegendes Gemälde zeigt eine Abendstimmung über der römischen Campagna. Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne tauchen die weite Ebene in honigfarbenes Licht. Die Hügelkette im Hintergrund leuchtet rosa im Abendrot, die Konturen lösen sich im Licht der Sonne auf. Die Wolken werfen Schatten. Diese Abendstimmung erlaubt Achenbach ein warmes Farbenspektrum. Er misst dem Licht einen Eigenwert bei, es hat einen eigenständigen gestaltenden Charakter (Mechthild Potthof, Oswald Achenbach, Sein künstlerisches Wirken zur Hochzeit des Bürgertums, Studien zu Leben und Werk, Köln-Berlin 1995, S 39). Achenbach hatte besonderes Interesse die verschiedenen Tageszeiten und Lichtstimmungen festzuhalten, weshalb er oft ein Motiv in mehreren Varianten anfertigte. Sein großes Interesse galt aber auch der darstellenden Kunst. Wie ein Regisseur beleuchtet er den Landschaftsraum. Seine Schauspieler-hier eine Gruppe von Bauern-befinden sich im hell beleuchteten Zentrum. Die weißen Kopftücher der Frauen blitzen hervor, das Rot harmoniert mit der Natur, nur das Blaue bildet eine Komplementärfarbe, die sich lediglich am Himmel wieder findet. Durch die Lichtgestaltung wird der Blick des Betrachters auf die Figuren gelenkt, die hier mehr als nur reine Staffage sind, sondern raumgreifende Genrefiguren. Jeweils eine Figur in jeder Gruppe steht mit dem Rücken zum Betrachter, schließt das Bild so nach außen hin ab und führt den Betrachter in das Bild hinein. Der Tiefenzug wird durch den diagonal ins Bild führenden Weg am rechten Bildrand verstärkt, ein Gestaltungsmittel, das Achenbach immer wieder gerne anwandte. Die malerische Häusergruppe im Mittelgrund bildet den rechten Abschluss des Bildes, links läuft die Ebene weit aus. Die einzelne Figur verbindet den Mittelgrund mit dem Hintergrund. Achenbach verwendete die Architektur als rahmende Seitenkulisse, die Landschaft bildet die Bühne für die Figuren, die ihr alltägliches Leben zur Schau stellt.
Schätzpreis: von € 80.000,00 bis € 120.000,00
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