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Anbieter: Dorotheum GmbH & Co KG (Wien)
IA - International Auctioneers
, A-1010 Wien

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: 27. 10. 2008

Katalog: 27.10. - Meisterzeichnungen, Druckgraphik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Kunst des 19. Jahrhunderts

Art. Nr.: 164
Adolf Hirémy-Hirschl
(Temesvár 1860–1933 Rom)
Studie einer sitzenden, drapierten Figur, schwarze und weiße Kreide, auf blau-grünem Papier, 31 x 47,2 cm, Wz ED & C in einer Kartusche, am oberen Rand leicht auf Unterlage fixiert, Passep., o. R., (Sch)


Provenienz:

Atelier des Künstlers in Rom, an seine Tochter Maud; Privatsammlung; Galleria Carlo Virgilio, Rom; Roger Ramsay Gallery, Chicago,1984; Privatsammlung; Privatsammlung Hawaii.

Ausstellungen:

Chicago, Roger Ramsay Gallery, Adolf Hirémy-Hirschl: The Beauty of Decline, 1984, Nr. 13.

Die vorliegende Zeichnung dürfte als Vorbereitung für Hirémy-Hirschls Gemälde “Hero und Leander” aus dem Jahre 1893 entstanden sein. Es existiert eine weitere Draperiestudie, ebenfalls in schwarzer Kreide auf blauem Papier mit ähnlichen Maßen (47,1 x 30,5 cm), die als unmittelbare Vorlage für das ausgeführte Bild gedient haben könnte; unser Blatt hingegen stimmt lediglich in der Haltung der Figur und der Geste der ausgestreckten Arme mit dem Gemälde überein. In der ausgeführten Version wird Hero jedoch stehend dargestellt und das Gewand durch einen fließenderen Stoff und eine tiefere Taille ersetzt. Eine weitere Draperiestudie derselben Figur mit ähnlichen Abmessungen, die mehr von Heros Armen und Kopf zeigt, wurde 1981 in Rom in der Galleria Carlo Virgilio verkauft. Andere Zeichnungen für das Gemälde “Hero und Leander”, darunter zwei Studien zum Kopf der Hero, wurden 1984 in der Chicago Roger Ramsay Gallery ausgestellt.

Im vorliegenden Blatt offenbart sich zweifellos Hirémy-Hirschls großes Talent als Zeichner. Wie Dennis Adrian bemerkt, gibt der Künstler in seinen Studien die”organische Koherenz der Draperiekomposition wieder, doch verraten diese weniger die anatomischen Konturen des Körpers sondern sind lediglich eine Anspielung auf deren formale Analogie. Die Modellierung der Falten durch die weichen Übergänge der weißen und dunklen Töne schaffen einen energetischen und voluminösen Effekt, der an die Draperiestudien von Ingres oder Tissot erinnert. Wir mögen Hirémy-Hirschl vielleicht niemals als großen Meister bezeichnen, doch unter seinen Zeichnungen befinden sich einige Meisterwerke, über die sich jeder große Meister glücklich schätzen würde.”

Literatur:

Dennis Adrian, “The Drawings of Adolph Hirémy-Hirschl”, in: Drawing,

Mai-Juni 1984.
Schätzpreis: von € 4.000,00 bis € 5.000,00



27.10. - Meisterzeichnungen, Druckgraphik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen
164
Adolf Hir...