Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »
1 x 1 der Auktion ...
Schätzwerte ...
Preise ...
Schaustellung ...
Internet - Auktion

300 Jahre Dorotheum

NACHBERICHT 24.-26.11.08
Rekordpreis für Kolo Moser

NACHBERICHT 15.10.08
Amerling-Gemälde
 
 
Auktionskalender

Anbieter: Dorotheum GmbH & Co KG (Wien)
IA - International Auctioneers
, A-1010 Wien

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: 27. 10. 2008

Katalog: 27.10. - Meisterzeichnungen, Druckgraphik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Kunst des 19. Jahrhunderts

Art. Nr.: 84
Bernardo Castello
(1557-Genua-1629)
Entwurf für zwei Pendentive: Die Evangelisten Johannes und Lukas, Feder in Braun, braun laviert, weiß gehöht, auf blauem Papier, verso in brauner Tinte nummeriert 19942, am Passep. in brauner Tinte bez. “Lazaro Tavarone”, 18,5 x 23,4 cm, Passep., gerahmt, (Sch)


Provenienz:

Sotheby’s, London, 18. April 1996, Lot 112; P.& D. Colnaghi, London; Privatsammlung Oxford, seit 1998.

Ausstellung:

Oxford, The Ashmolean Museum, “For the Love of Drawing: Drawings from an Oxfordshire Private Collection, 2002.”

Literatur:

Suzanne Folds McCullagh and Laura M. Giles, Italian Drawings before 1600 in the Art Institute of Chicago: A Catalogue of the Collection, Chicago 1977, S. 77, Nr. 94; Vincenzo Abbate (Hrsg.), Maestri del Disegno nelle collezioni di Palazzo Abatellis, Ausst. Kat. Palermo, 1995–1996, S. 154–155, Nr. 34; Sonja Brink, Italienische Zeichnungen des 16. bis 18. Jahrhunderts, Ausst. Kat., Bremen 1994, S. 22–23, Nr. 6.

Bernardo Castello war Schüler von Andrea Semino, in seinem Frühwerk zeigt sich jedoch auch deutlich der Einfluss von Luca Cambiaso, wie etwa in der “Geburt Christi” im Kloster der Kirche San Gerolamo di Quarto in Genua. Nach einem Aufenthalt in Ferrara 1575 ist Castello für die folgenden drei Jahrzehnte hauptsächlich in Genua tätig, wo er Gemälde für örtliche Kirchen und Paläste ausführt; sein frühestes Werk ist ein Altargemälde für eine Kirche außerhalb von Genua, datiert auf 1580.

Zu seinen wichtigsten dekorativen Projekten zählen die Fresken in der Villa Spinola und der Villa Centurione im Sampierdarena, sowie ein Deckengemälde im Palazzo de Franchi e Castello in Genua. Im Jahre 1586 entwarf Castello ein Frontispiz und zwanzig Illustrationen für eine Ausgabe von Torquato Tassos epischem Gedicht “Gerusalemme Liberata”, das 1590 mit großem Erfolg in Genua veröffentlicht wurde. Die Illustrationen zu dem Gedicht begründeten den Ruhm des Künstlers, dem 1604, 1615 und 1617 drei weitere Ausgaben folgten. Castello führte auch einige Fresken mit Szenen aus dem “Gerusalemme Liberata” in verschiedenen Genueser Palästen aus. 1604 unternahm er seine erste Reise nach Rom, wo er das Altarbild “Die Berufung des Hl. Peter” für die Basilika von St. Peter malte.

Er erhielt auch den Auftrag von Kardinal Giustiniani für ein Altargemälde in der romanischen Kirche von Santa Maria sopra Minerva, dessen Erfolg ihm 1605 einen weiteren Auftrag für die Dekoration eines Teiles des Palazzo Giustiniani bei Bassani di Sutri, außerhalb von Rom, verschaffte. Während eines späteren Romaufenthaltes im Jahre 1616 malte Castello die Fresken für den Palazzo Rospigliosi Pallavicino und den Palazzo del Quirinale.

Die meisten von Bernardo Castellos Zeichnungen sind in brauner Feder, meist auf blauem Papier ausgeführt; das vorliegende Blatt ist somit ein hervorragendes Beispiel für das zeichnerische Werk des Künstlers. Es handelt sich dabei vermutlich um einen Entwurf für eine Wanddekoration, der sich auf Castellos Zeichnung der “Zwei sitzenden Könige von Judäa: Josiah und Hezekiah” im Art Institute of Chicago (McCullagh/ Giles 1997, S.77, Nr.94) und eine Studie für “Zwei sitzende Propheten: Ezekiel und Daniel” in der Sammlung des Museo Nazionale in Palermo, Sizilien (Abbate 1995, S. 154–155, Nr.34) beziehen könnte. Die stilistischen und thematischen Ähnlichkeiten zwischen den Zeichnungen aus Chicago und Palermo und unserem Blatt lassen vermuten, dass es sich dabei um Studie für dasselbe, oder ein ähnliches Projekt handeln könnte. Das trifft auch auf eine Zeichnung einer sitzenden Figur des Propheten Jeremiah zu, die 1977 in London verkauft wurde (Sotheby’s, 4. Juli 1977, lot 174). Eine ähnliche Zeichnung derselben beiden Heiligen, ebenfalls eine Studie für Pendentive, befindet sich in der Sammlung der Kunsthalle Bremen (Brink 1994, S.22–23, Nr. 6).
Schätzpreis: von € 6.000,00 bis € 8.000,00



27.10. - Meisterzeichnungen, Druckgraphik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen
84
Bernardo ...