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300 Jahre Dorotheum

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NACHBERICHT 15.10.08
Amerling-Gemälde
 
 
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Anbieter: Dorotheum GmbH & Co KG (Wien)
IA - International Auctioneers
, A-1010 Wien

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: 27. 10. 2008

Katalog: 27.10. - Meisterzeichnungen, Druckgraphik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Kunst des 19. Jahrhunderts

Art. Nr.: 86
Cherubino Alberti
(Borgo San Sepolcro 1553–1615 Rom)
Studienblatt mit musizierenden Putti auf Wolken, einige davon mit Kronen und Märtyrerpalmen, rote Kreide, das obere linke Viertel in brauner Feder, grau laviert, am Passep. in brauner Tinte bez. “Dell’ Empoli”, 19,4 x 29,1 cm, auf Unterlage fixiert, Passep., o. R., (Sch)


Provenienz:

Unbekannte Florentiner Sammlung des 17. Jahrhunderts; Howard collection; Aldo Caselli, Haverford, Pennsylvania; 1968 erworben von Malcom und Esther Bick, Longmeadow, Massachusetts.

Literatur:

E. James Mundy, Master Drawings Rediscovered: Selections from the Collections of Northwestern University and Esther and Malcolm Bick, Ausst. Kat., South Hadley, 1981–1982, S. 8–9, Nr.1; Kristina HerrmannFiore, Disegni degli Alberti: Il volume 2503 del Gabinetto Nazionale delle Stampe, Rom 1983, S.73, 100.

Ausstellung:

South Hadley, Mount Holyoke College Art Museum, Master Drawings Rediscovered, 1891–1982, Nr.1.

Cherubino Alberti wird 1553 in eine Familie von Künstlern geboren. Nach einer Ausbildung zum Maler und Kupferstecher hält er sich ab 1571 in Rom auf, wo er um die 180 Drucke, vorwiegend Reproduktionsstiche nach Werken von Michelangelo, Raphael, Polidoro da Caravaggio, den Zuccari und anderen Künstlern ausführt. Die meisten seiner Drucke datieren aus den 1570ern und frühen 1580ern, danach scheint er sich hauptsächlich der Malerei zu widmen. Gemeinsam mit seinem Bruder Giovanni Alberti wird Cherubino vor allem als Maler von Gemäldedekorationen “di sotto in su” bewundert, ein Talent, das er in einigen römischen Kirchen zur Anwendung brachte. Die beiden Brüder arbeiteten oft zusammen und wurden gemeinsam von Papst Clemens VIII mit der Dekoration der Sala Clementina im Vatikan und der Sakristei von San Giovanni in Laterano beauftragt; leider ist das Wissen um die weiteren gemeinsamen Projekte heute verschollen. Cherubinos letzter großer päpstlicher Auftrag war die Dekoration des Gewölbes der Aldobrandini Kapelle in Santa Maria sopra Minerva, fertig gestellt im Jahre 1610. Drei Jahre später wurde er zum Vorstand der Accademia di San Luca gewählt.

Geflügelte Putti sind in vielen von Cherubino Albertis Gemälden und Fresken zu finden und bilden ein charakteristisches Merkmal seines Oeuvres. So findet sich eine sehr ähnliche Darstellung in dem von Cherubino und Giovanni Alberti gemalten Gewölbefresko der Sala Clementina, und in Cherubinos Fresko “Die Bundeslade” in der Kirche Santa Maria in Vita (Herrmann-Fiore 1983, S. 73, 100). Eine vergleichbare Zeichnung Cherubinos mit einer Studie fliegender Putti in roter und schwarzer Kreide befindet sich auch in den National Galleries of Scotland in Edinburgh. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Studien von Putti in einem Album im Istituto Nazionale per la Grafica in Rom, das Zeichnungen verschiedener Mitglieder der Alberti Familie enthält (Herrmann-Fiore 1983, S.62–63, Nr.19). Eine ähnliche Studie von Putti in den Wolken in den Uffizien in Florenz wurde ebenfalls Cherubino Alberti zugeschrieben.
Schätzpreis: von € 7.000,00 bis € 9.000,00



27.10. - Meisterzeichnungen, Druckgraphik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen
86
Cherubino...