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Art. Nr.: 73
Il Pseudo-Sassi
(um 1700) Akrobaten, die sich um einen Pfosten schwingen, unter ihnen weitere Figuren, Feder in Braun, braun laviert, über Unterzeichnung in schwarzer Kreide, verso einige Figuren in schwarzer Kreide durchgezeichnet, eine weitere Figurengruppe im Hintergrund in schwarzer Kreide hinzugefügt, am linken unteren Rand in brauner Feder bez. “Castiglione”, verso in blauer Kreide nummeriert 57LW, 34,4 x 24,8 cm, angerandet, leicht auf Unterlage fixiert, Passep., o. R., (Sch)
Provenienz:
New York, Sotheby’s, 16. Jänner 1985, lot 268 (als Italienische Schule, um 1600).
Die vorliegende Zeichnung lässt sich stilistisch mit einer Gruppe von Federzeichnungen in der Sammlung der Accademia Carrara in Bergamo vergleichen, von denen einige die Zuschreibung “Sassi” tragen. Man hatte angenommen, es könnte sich hierbei um den Lombardischen Künstler Giovanni Battista Sassi handeln, der zwischen 1713 und 1747 in Neapel und Mailand aktiv war. Der Stil der Bergamo Zeichnungen unterscheidet sich jedoch von den G. B. Sassi zugeschriebenen und bekannten Arbeiten des Künstlers in der Bibliotheca Ambrosiana in Mailand. Der Autor der Zeichnungen in Bergamo wurde daher von Carlo Ragghianti als “Pseudo-Sassi” bezeichnet, der in ihm einen Künstler von reicher Erfindungsgabem, kraftvoll in seinen dramatischen Kompositionen, von unermüdlicher graphischer Manier” sah. Sein Werk sei “voll Schatten und chromatischer Kontraste” und bemerkenswert “seine manieristische Vorliebe für verlängerte Figuren und Gliedmaßen.” Ein enger, stilistischer Vergleich lässt sich mit den beiden Blättern der “Kreuzigung” und “Aeneas und Anchises” in der Sammlung Bergamo ziehen, die ebenso nackte Figuren in ähnlich gewaltsamer Aktion zeigen.
Schätzpreis: von € 5.000,00 bis € 6.000,00
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