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Art. Nr.: 10
GEORGE GROSZ Berlin 1893 - 1959 Berlin
BILDNIS OTTO SCHMALHAUSEN, um 1924 Rohrfeder und Feder auf Papier, 600 x 460 mm
Verso: Nachlassstempel und Nachlassnummer 2-139-I
Otto Schmalhausen (1890 – 1958), Zeichner und Lektor in Berlin und einer der engsten Freunde von George Grosz, hatte mit Grosz in Berlin Kunst studiert und zusammen mit ihm 1920 an der „Ersten Internationalen DADA-Messe“ in Berlin teilgenommen. Schmalhausen war mit Lotte Peter, der jüngeren Schwester von George Grosz’ Ehefrau Eva, verheiratet. Eva und Lotte waren die Lieblingsmodelle von Grosz in den Zwanziger Jahren. Von beiden gibt es Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen. Es existieren auch zahlreiche Arbeiten, die die Frauen jeweils alleine, zusammen und auch zu dritt, mit dem Künstler, in zum Teil hocherotischen Szenen und Situationen zeigen.Neben dem Schriftsteller Max Herrmann-Neisse war Otto Schmalhausen, wie erwähnt, einer der engsten und intimsten Freunde des Künstlers. Ein umfangreicher und intensiver Briefwechsel, der erhalten geblieben ist, dokumentiert diese lebenslange Freundschaft. Schmalhausen beherrschte die feine englische Art und gab sich nach außen als Gentleman. Doch Zuhause, innerhalb der eigenen vier Wände, gab es oft die heftigsten Kräche und Auseinandersetzungen zwischen Schmalhausen und seiner Ehefrau Lotte. Bezeichnenderweise gibt es von Grosz weitere Portraits von Schmalhausen, eines betitelt „Der Haustyrann“ und ein anderes „Der Hypochonder“. Grosz portraitierte den unzufrieden und nachdenklich wirkenden Künstlerfreund rauchend und mit übereinander geschlagenen Beinen am Zeichentisch sitzend, ein Selbstbildnis zeichnend. Grosz hat diese Zeichnung in seinem berühmten messerscharfen Stil ausgeführt, das sind kurze starke Striche mit der Rohrfeder und Feder, hingesetzt wie Peitschenhiebe.
Ralph Jentsch
Literatur: Serge Sabarsky: George Grosz. Die Berliner Jahre. Katalog zur Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle. Hamburg 1985.
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