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Art. Nr.:
ORPHEUS, 1959/60
ANDREAS URTEIL Gakovo 1933 – 1963 Wien
Bronzeguss, Nr. 2/5, 181 cm
Signiert im Sockel: URTEIL
Die Skulptur „Orpheus“ ist die zweite Bronze, die, nach dem gleichgroßen Original in Stein, gegossen wurde. Das von Urteil in Kalkstein gearbeitete Werk war Teil der Ausstellung, mit welcher das neue Museum des 20. Jahrhunderts im so genannten 20er Haus in Wien 1962 eröffnet wurde.
Nur ein Jahr vor der Entstehung der Skulptur, 1958, hatte sich Andreas Urteil dem informellen Stil zugewandt. Ursächlich dafür war sein Kontakt mit der Galerie St. Stephan, die mit der „Malergruppe St. Stephan“ (Hollegha, Mikl, Prachensky, Rainer) ein frühes Zentrum der informellen, tachistischen Malerei in Österreich bildete. Bezeichnender Weise nannte bereits Claus Pack Urteils dynamisierte Plastiken „vegetative Wucherungen des Tachismus“, und Otto Breicha sah im Werk Urteils einen „quasi-tachistischen Psychoimpressionismus“.
Urteil selber, der sich Schritt für Schritt aus der kubisch-blockhaften Handschrift seines Lehrers Fritz Wotruba löste, sprach vom „Steinfleisch“ seiner Skulpturen, die von „Wucherungen“ überzogen seien. Auch die Statue des „Orpheus“ erinnert in ihrer amorphen Kantigkeit an ein Gebilde aus monströsen Knochen, das sich zu einer imposanten, lebensgroßen Gestalt aufrichtet. Vor allem der Umriss erzeugt, gleich aus welchem Blickwinkel betrachtet, eine tief zerklüftete, dynamisierte Konturlinie, welche die Figur jeglicher materialhafter Schwere enthebt. Der Tektonik der Masse steht die Dynamik der Kontur und der Oberfläche gegenüber. Was in der Skulptur des „Orpheus“ noch an einen menschlichen Körper erinnert, entwickelt sich im Werk Urteils wenig später zu einer vollends expressiv-abstrakten, flammenden Formschöpfung.
Preis auf Anfrage:
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