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Art. Nr.:
HAFEN VON AJACCIO, 1926
ANTON FAISTAUER St. Martin bei Lofer 1887 – 1930 Maishofen Öl auf Leinwand, 54 x 73,5 cm
Signiert und datiert rechts oben: A. Faistauer 1926
Während in den frühen Städte- und Landschaftsbildern Anton Faistauers das weiche, impressionistische Fluidum den Eindruck bestimmt, verlagert sich das Gewicht in den zwanziger Jahren eindeutig zugunsten des strengen Formaufbaues. Auf einer Ansicht wie der vorliegenden ordnet sich alles einer klaren Bildarchitektur unter, auch die natürlichen Formationen schließen sich dem Regelmaß des Gebauten an.
Ganz offensichtlich ist dieses Kalkül in den kubischen Hausformen, die Faistauer zu einem „Bollwerk“ auftürmt, während auf der linken Bildhälfte eine Mauer den Ausblick auf eine Hügelkette nur teilweise versperrt. Es ging Faistauer nicht so sehr um die Vermittlung eines flüchtigen Eindrucks anhand eines pittoresken Motivs, sondern um die endgültige Bildordnung. Allerdings trieb er das Spiel mit der Stereometrie nicht so weit wie die Maler der Neuen Sachlichkeit. Er wollte eben beides: äußerste Reduktion und Selbstgenügsamkeit der malerischen Mittel, aber gleichzeitig noch etwas vom Zauber des Naturerlebnisses bewahren.
Wie Faistauer die Bildelemente auf eine karge Gerüsthaftigkeit zurechtstutzt, das leistet dem Klischee vom lieblichen Süden keinen Vorschub, wenn es auch dem Charakter mediterraner Landschafts- und Architekturformen keineswegs widerspricht. Diese herbe, fast abweisende Note wird gemildert durch den schwungvollen Aplomb seiner Malerei, vor allem aber durch die Farbwirkung, die wie immer durch dezente Leuchtkraft besticht.
Biografischer Hintergrund unseres Bildes waren zwei auf der Insel Korsika zugebrachte Monate Anfang 1926. Es handelt sich um eine im Ausschnitt etwas verkleinerte Version einer Ansicht des Bootshafens von Ajaccio (Fuhrmann WV 310), die der Literatur bisher entgangen ist.
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