|
Art. Nr.: ALFRED KUBIN
MÄNNLICHER ARM MIT WEIBLICHEM AKT, 1898/1899
Feder laviert auf Papier, Papiermaß: 156 x 316 mm
Darstellungsmaß: 118 x 240 m
Signiert rechts unten: A Kubin
Hauptthemen im Frühwerk Alfred Kubins gehört die Problematisierung der Frau, wobei die Frau in diesen ersten Blättern ausschließlich mit Sexualität gleichgesetzt und zumeist als dämonische Bedrohung dargestellt wird. Die Frau als Verführerin und Verführte, die Frau als Dirne oder Heilige, die Frau als Urmutter und gleichzeitig als Zerstörerin des Lebens, aber immer im krassen Gegensatz zum Mann. Das Verhältnis der Geschlechter zueinander, die grundsätzliche Uneinigkeit, die unversöhnliche Polarität sowie der unabänderliche Kampf zwischen den beiden, findet immer wieder Einzug in die Arbeiten Kubins. Auch bei dem vorliegenden Blatt, welches eine nackte Frau in hingebungsvoller Pose darstellt, um deren Taille sich ein männlicher Arm rankt, bezieht sich vordergründig auf dieses Sujet. Die Frau erscheint als Objekt ohne Gesicht, ja ohne Individualität. Ihr Kopf ist so weit nach hinten gebeugt, dass er nicht mehr sichtbar ist. Sie ist lediglich mit Schuhen, Strümpfen und Handschuhen bekleidet. Ihr rechter, abgewinkelter Arm ist etwas stärker ausgeprägt, der Handschuh nur leicht angedeutet. Der gesamte Arm weist bei genauerer Betrachtung starke Ähnlichkeiten mit dem Hals und dem Kopf eines Schwanes auf, der die Brust bzw. den dahinterliegenden Kopf der Frau küsst. Möglicherweise handelt es sich hierbei um die Darstellung von Leda und Zeus. Zeus, der Leda in Form eines Schwanes erscheint, um sie zu verführen. Dieses in der bildenden Kunst sehr beliebte Motiv könnte durchaus Kubins Phantasie beflügelt haben und ihn zu der zweideutigen Darstellung bewogen haben. Die Verführerin wird damit plötzlich zur Verführten.
Preis auf Anfrage:
|