Pillhofer war 1950 bis 1951 in Paris und hatte schließlich aus erster Hand die Vertreter der klassischen Moderne persönlich kennen gelernt und mit ihnen gearbeitet, etwa mit Ossip Zadkine und Henri Laurens. Anhand dieser Eindrücke hat sich Pillhofer ein Repertoire erarbeitet, das über die kubische Verblockung Wotrubas weit hinaus führen sollte.
Die vorliegende Großplastik zeigt eindrucksvoll das Streben Pillhofers nach einer radikalen Reduktion der menschlichen Figur. Die Skulptur baut sich aus ineinander verschränkten und zueinander leicht versetzten balkenförmigen Vertikalen auf. Im unteren Drittel erscheint eine Art Schaniergelenk, das durch eine horizontale Verblockungen besonders hervorgehoben wird. Die kopfartige Bekrönung ist der mit Abstand voluminöseste Teil der hoch aufragenden Vertikalskulptur, die durch die Wahl des Materials Holz an besonderer Rohheit und Ausdruckskraft gewinnt.
Ausgehend vom Vokabular der kubistischen Plastik reduziert Pillhofer die menschliche Figur auf geometrische Volumina. Der weitgehende Verzicht auf akzessorische Elemente, die Hervorhebung in sich ruhender Flächen und der Akzent auf gehaltvolle Proportionen transformieren die Skulptur in ein archaisches Großobjekt, eine mythische, vieldeutige Stele. Hier schimmert die Begrifflichkeit von Constantin Brancusi durch, der Kultfigur der gegenstandslosen Skulptur, den Pillhofer noch als Greis in dessen Pariser Atelier erleben durfte. Von Brancusi übernimmt Pillhofer das Vermögen, der kühlen Stereometrie der Formen eine geheimnisvolle, magische Wirkung zu entlocken.