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Art. Nr.:
Paris, um 1935
WILHELM THÖNY Graz 1888 – 1949 New York
Aquarell auf Papier, 297 x 409 mm
Signiert links oben: W. Thöny
Signiert rechts unten: Thöny
Wilhelm Thöny lebte von 1931 bis 1938 in Frankreich. Die französischen Jahre waren, wenn wir der Sprache seiner Bilder trauen dürfen, Thönys glücklichste Zeit. Seine Palette hellte sich auf, die Farben wurden leichter, lockerer und wirken oft wie hingetupft. Eine zuvor nicht gekannte Spontaneität kehrte in sein Werk ein. Von den frühen dreißiger Jahren an bevorzugte Thöny das Aquarell als das ihm liebste und geeignetste Ausdrucksmittel. Jedenfalls hatte Thöny die innere Balance gefunden, die er für seine Arbeit brauchte, er war nicht mehr der von dunklen Stimmungen Getriebene und Heimgesuchte. Er besaß jetzt jenes Gleichgewicht zwischen Vertrautheit und Fremdsein, Nähe und Distanz, Zugehörigkeit und Isolation, das für das Œuvre seiner reifen Jahre kennzeichnend ist. Auch das Aquarell »Blick auf Paris«, Mitte der dreißiger Jahre zu datieren, eine der für Wilhelm Thöny typischen Stadtansichten (die doch alles andere als getreue Veduten sind), spricht von diesem Gleichgewicht, in das die den Künstler bewegenden Gegensätze für einen Augenblick – den Augenblick der Kunst – gelangt sind. Es ist das Gleichgewicht von Dauer – das sich in den Architekturen, den Häusern, Türmen, Kuppeln andeutungsweise manifestiert – und Flüchtigkeit, die ihren Ausdruck findet im Wind, der das Laub der Bäume biegt, aber den Bauwerken kaum etwas anhaben kann. Wir denken an das Wort von Bertolt Brecht: »Von diesen Städten wird bleiben, der durch sie hindurchging, der Wind«. Thönys »Blick auf Paris« ist ein Blick von außen, und wir spüren die Distanz des Schauenden. Freilich: aus welcher Ferne der Blick auch kommt, unbeteiligt wirkt er nicht.
Preis auf Anfrage:
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