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Anbieter: Villa Grisebach Auktionen, D-10719 Berlin (Anfahrtsplan anzeigen)

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Auktionsdatum: Nachauktion:
04. 06. 2009 - 06. 07. 2009

Katalog: Auktion 164
Photographie

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Fotografie

Art. Nr.: 1210
MONTAGE SELBSTPORTRAIT (IM BAUHAUSGEBÄUDE), um 1930
Hajo Rose

Vom Künstler selbst reproduzierter Silbergelatineabzug nach einem Originalabzug, 1950er – 1960er Jahre
38,5 x 28,4 cm
Rückseitig mit Bleistift beschriftet und beziffert



Hajo Rose gehörte zu den letzten Bauhausschülern, die am 1. April 1933 kurz vor der Schließung der legendären Schule ihr Diplom erhielten. Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule Königsberg 1929-30 nahm der gebürtige Mannheimer im April 1930 das Studium am Bauhaus im Vorkurs von Josef Albers auf. Außerdem studierte er im Werbeatelier von Joost Schmidt und in Walter Peterhans’ Photoklasse, wo er mit seiner eigenen 9x12-Plattenkamera, aber auch mit einer Leica arbeitete.
Das Selbstportrait als „Lichtmontage“, überblendet mit der Fassade des Bauhausgebäudes, entstand zu Beginn von Roses Bauhauszeit. Die Bauhausgebäude nahmen in der Photographie der Bauhäusler, sei es als Hintergrund eines Schnappschusses oder bewusst gestaltetes Element breiten Raum ein. Rückblickend beschreibt er die Faszination, die die Atmosphäre und Erscheinung des Ortes auf den jungen Studienanfänger ausübten: „Als ich zum ersten Mal den Gebäudekomplex des Bauhauses in Dessau erblickte, empfand ich: Hier drückt sich eine bestimmte geistige Haltung aus. Endlich ein Haus aus Stahl und Glas. Praktisch und rational wie ein Schiff, ohne jeden Schmuck, elegant. Der Ausdruck einer zukünftigen Welt, die keine Utopie ist, sondern die Vertrauen schafft. Offen, überschaubar, leuchtend und durchschaubar; rein, frisch und jung wie wir es damals selber waren. Eine vollkommene Entsprechung. Ich war ergriffen! Der kühne Schulkomplex von Walter Gropius wirkte auf alle Bauhäusler und ihre Meister gleichermaßen stimulierend bei Tag und Nacht.“ (zit. nach: Hajo Rose, Ich lernte am Bauhaus fotografieren, in: Fotografie Nr. 11, Dresden 1979, S. 404).
Es scheint, als habe Rose seine Begeisterung für das Bauhaus in seinem Selbstportrait buchstäblich im photographischen Bild umsetzen wollen, indem er die charakteristische Fassade abstrahierend über das eigene Antlitz legte. So treffend verkörperte sein Bild die experimentelle Ästhetik, die ein wesentlicher Bestandteil der Photographie am Bauhaus war, dass es den Umschlag für den ersten wichtigen Sammelband zum Thema der Edition Marzona 1982 zierte. Ähnliche Prinzipien verfolgten zum selben Zeitpunkt auch andere Bauhausschüler wie z.B. Lotte Beese in ihrem Portrait von Otti Berger mit dem Ateliergebäude (um 1930) oder Kurt Kranz mit seinem „Portrait vor dem Bauhaus“ mit dem markanten Schriftzug (1928-29).


Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers an den derzeitigen Besitzer
Ausstellung/en:
Literaturhinweis: Bauhaus-Fotografie, Edition Marzona, Bielefeld 1982, Umschlag und Abb. 68, S. 58
Photographie und Bauhaus, hg. von Carl Haenlein, Kestner-Gesellschaft, Hannover 1987, S. 197
Bauhaus-Fotografie, Aus der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau, hg. von Lutz Schöbe, Florenz 2004, Abb. 110, S. 121
Schätzpreis: von € 3.500,00 bis € 4.000,00



Auktion 164
Photographie
1210
MONTAGE S...