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Anbieter: Villa Grisebach Auktionen, D-10719 Berlin (Anfahrtsplan anzeigen)

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Auktionsdatum: Nachauktion:
04. 06. 2009 - 06. 08. 2009

Katalog: NACHVERKAUF
Auktion 165
Ausgewählte Werke

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei

Art. Nr.: 63
Daniel Richter
CARELESS WHISPER, 2000

Öl auf Leinwand
150 x 150 cm
Rückseitig mit schwarzem Filzstift signiert und datiert: Daniel Richter 2000



Der erste Eindruck: Ein großes Rauschen, ein Überfluß an Farbe und Formen. Schlieren fließen auseinander und verbinden sich im nächsten Moment zu neuen Formen, ins Riesenhafte vergrößerte Zellen öffnen sich und entlassen ihre Kerne in den Raum, alles strotzt vor Vitalität und Kraft. Das ist sie, die Feier der reinen Malerei! „Careless Whisper“ ist eine von Daniel Richters letzten abstrakten Arbeiten, bevor er sich 2001 der figurativen Malerei zuwandte.nUnd so stellt sich unwillkürlich die Frage: Ist es ein erkennbarer End- und Höhepunkt der abstrakten Werkgruppe, und gibt es Anzeichen für einen Neubeginn?
Ornamentale Bänder, von dunklen „Outlines“ gefaßt, überwuchern das gesamte Bild. Sie bilden eine Ebene, von der aus gesehen es ein Davor und ein Dahinter gibt. Das Dahinter erzeugt unbegrenzte, ineinanderfließende Farbflächen, das Davor sind die getropften Farbtupfer. Doch sie bedrängen die Farbbänder nicht, vielmehr sollen sechs weiße, kreisförmig angeordnete Farbtropfen das Zentrum des Bildes markieren, um das die Ornamente kreisen oder auf das sie zustreben. Dieses Zentrum ist nur leicht aus der Mitte des annähernd quadratischen Bildes verschoben. Hierin begründet sich auch das ungewöhnliche Format des Bildes. Richter versucht nichts weniger als den „maximalen Überfluß von Farbe und Malerei“ (Roberto Ohrt) zu steuern und in Harmonie zu bringen, nicht zuletzt angezeigt durch die perfekte Figur des quadratischen Bildgrundes. Unser Bild ist somit ein unbestreitbarer Höhepunkt in den abstrakten Werken.
Der Künstler selbst sagt: „Letztlich gibt es keinen Unterschied zwischen der abstrakten und der figurativen Malerei – außer bestimmte Formen ihrer Dekodierbarkeit. Aber die Probleme der Organisation von Farbe auf Fläche bleiben eigentlich immer die gleichen. In beiden Fällen ist es die gleiche Methode, die sich durch verschiedene Formen schleicht.“ (Zit. nach: Christoph Heinrich: Daniel Richter. Die Palette 1995–2007. Köln, DuMont, 2007, S. 10) (OH)


Provenienz: Privatsammlung, Italien
Ausstellung/en:
Literaturhinweis: Flash Art Italy, Bd. XXXIII, Nr. 221, April/Mai 2000, Titelabb.
Schätzpreis: von € 50.000,00 bis € 70.000,00



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Auktion 165
Ausgewählte Werke
63
Daniel Ri...