Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »
Home

Geschäftsführung

10 Jahre
Kunsthandel W.& K.

Ausstellungskatalog
Gustav KLIMT
Egon SCHIELE

Salzburg World
Fine Art Fair

Sie möchten verkaufen?

Künstlerbiographien
 

Anbieter: Wienerroither & Kohlbacher GmbH
Kunsthandel - Austrian Fine Art (neben dem Café Central)
, A-1010 Wien (Anfahrtsplan anzeigen)

Katalog: Band 14
Art. Nr.: 28
EGON SCHIELE (Tulln 1890 – 1918 Wien)
Weiter suchen nach:
  egon schiele
  akt
  kreide
  nachlassstempel
  jane kallir
  frauenakt
  portrait
  jugendstil
  rudolf leopold
LIEGENDER AKT MIT ANGEZOGENEM RECHTEN BEIN, 1917

Schwarze Kreide auf Papier, 290 x 465 mm
Rechts unten signiert und datiert: EGON | SCHIELE | 1917
Verso: Nachlassstempel

Die Beobachtungen, die am Frauenbildnis (Kat. Nr. 27) anzustellen waren, treffen grundsätzlich auch für diese Aktzeichnung aus demselben Jahr zu, in der Jane Kallir ebenfalls „Adele Harms“ zu erkennen geneigt ist. Doch spielt, wie erwähnt (Kat. Nr. 27), die Identifizierung der realen Person keine entscheidende Rolle. Dass dies durchaus im Sinne des Künstlers war, zeigt der Umstand, dass er nach Auskunft seiner Schwägerin „in diesen besonderen Darstellungen aus Rücksicht auf seine Frau deren Gesicht verfremdet“ habe.
Der liegende Frauenakt mit aufgestecktem Haar in hochhackigen Schuhen taucht in Schieles letzten beiden Lebens– und Schaffensjahren häufig auf. Gegenüber dem nervösen expressiven Stakkato und den angularen Gliedmaßen der früheren ausdrucksintensiven Arbeiten ist die Linienführung jetzt abgeklärter und souveräner. In der mit ruhigem, sicherem Strich auf die Bildfläche gesetzten Großform schlägt als Erbe des Jugendstils das Primat des Lineaments aus Schieles secessionistischen Anfängen durch. Unter Verzicht auf jegliche Modellierung sorgt allein der Kontur für die plastische Erscheinung der schwellenden Körperformen. Lediglich in Details, wie dem Gekräusel der Schamhaare, der Frisur oder dem Schuhwerk kommt eine mehr ornamental als sachlich wirkende Binnenzeichnung zur Anwendung.


RECLINING NUDE WITH RAISED RIGHT LEG, 1917
Black crayon on paper, 290 x 465 mm
Signed and dated (lower right): EGON | SCHIELE | 1917
Verso: estate stamp

The observations about the female portrait in this catalogue (cat. no. 27) essentially also apply to this nude from the same year. Jane Kallir suggests that this figure could also be Adele Harms. Yet, as already mentioned in this catalogue, the identification of the real person was not a decisive factor. That this was also in the artist’s interests is reflected by the fact that Schiele, according to his sister-in-law, ‘out of consideration for his wife altered her face in these special depictions’. 1
The reclining woman with pinned-up hair and high-heeled shoes frequently recurs in the last two years of Schiele’s life and work. In contrast to the agitated, expressive staccato and angular limbs of the earlier, expressively charged works, the lines are now calmer and reflect an effortless mastery. In the overall form rendered with assured strokes, the primacy of line from Schiele’s Secessionist beginnings emerges once more as the legacy of Jugendstil. Avoiding all modelling, it is the outline alone that conveys the three-dimensional, curvaceous forms of the body. The only drawing within this outline represents details like the curled pubic hair, shoes and hairstyle yet this still seems to be more ornamental than factual.

Edwin Lachnit

1 Rudolf Leopold: Egon Schiele. Die Sammlung Leopold. Wien / Köln 1995, S. 276.

Literatur: Jane Kallir: Egon Schiele. The complete works. New York 1998, S. 583, WVZ Nr. 2007.


Band 14
26 27 28 29 30
EGON SCHI... EGON SCHI... EGON SCHI... ALFONS WA... MAX WEILE...