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Anbieter: im Kinsky Kunst Auktionen GmbH, A-1010 Wien (Anfahrtsplan anzeigen)

Auktionsdatum: Nachauktion:
20. 04. 2010 - 21. 05. 2010

Katalog: NACHVERKAUF der
78. Kunstauktion vom
20. + 21. April 2010

Kapitel: Zeitgenössische Kunst

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
zeitgenössische Kunst (1945 - heute)

Art. Nr.: 546
Otto Muehl
Überfall der Kinder im Matrosenanzug auf die Eltern

Otto Muehl*
(Grodnau/Bgld. 1925 geb.)
Überfall der Kinder im Matrosenanzug auf die Eltern
Öl auf Leinwand
140 x 180 cm
1983
Monogrammiert und datiert rechts unten: m 8. 10. 83
"kunst ist nicht abgebildete, kunst ist gemachte wirklichkeit. der künstler ist erfinder neuer wirklichkeiten."
Otto Muehl, 2003
In ganz Europa nahmen junge Künstler in den 60er Jahren eine Protesthaltung gegenüber dem bürgerlichen Establishment ein. Auf unterschiedlichen Wegen suchten sie Neuansätze und entwickelte Konzepte: statt in Ateliers wurde ortsspezifisch gearbeitet. Kunst und Leben sollten sich vermischen. Bei den Wiener Aktionisten, die sich in Wien zu einer Gruppe zusammengeschlossen hatten, nahm der gewaltige Paradigmenwechsel dieser Jahre eine besonders radikale Form an. Otto Muehl war Mentor wie treibende Kraft der neu entstandenen Szene. Es ging um Gesellschaftswandel unter Einsatz der Person, und zwar durch Aktionen, die zwischen bildender Kunst, Theater, Kabarett, Lehrveranstaltungen, politischen Demonstrationen und religiösem Ritual standen. Die Wiener Aktionisten suchten die Utopie, wollten die Gesellschaft verändern, kämpften gegen bürgerlich-akademische Kunstkonzepte. Es ging um eine Überwindungsstrategie des Repräsentativen in der Kunst auf dem Weg zum direkten und positiven Erleben der Existenz. Es ging um positive Selbstbefreiung. Die hemmungslose Verwendung und Entzweckung von profanen Materialien war ein Spiel mit den Insignien der Konsumwelt, die sinnliche Verwendung des Materials und auch des menschlichen Körpers als Material zielte auf auf die Enttabuisierung von Sexualität.
Muehl ging es um „Direkte Kunst“, also eine Agitation durch Kunst, nicht politisch verstanden, sondern direkt das Existentielle berührend und thematisierend. Muehl gründete die Kommune am Friedrichshof, AAO – „Aktionsanalytische Organisation“ genannt.
Schätzpreis: von € 20.000,00 bis € 35.000,00



NACHVERKAUF der
78. Kunstauktion vom
20. + 21. April 2010
546
Otto Muehl