Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »
Home

Geschäftsführung

10 Jahre
Kunsthandel W.& K.

Ausstellungskatalog
Gustav KLIMT
Egon SCHIELE

Salzburg World
Fine Art Fair

Sie möchten verkaufen?

Künstlerbiographien
 

Anbieter: Wienerroither & Kohlbacher GmbH
Kunsthandel - Austrian Fine Art (neben dem Café Central)
, A-1010 Wien (Anfahrtsplan anzeigen)

Katalog:
Aktueller Katalog
Band 15

Art. Nr.: 5
JOSEF FLOCH, Wien 1894 – 1977 New York
Weiter suchen nach:
  josef floch
  nachlassstempel
  akt
  karl pallauf
  model
IN THE STUDIO I, 1957

Öl auf Leinwand, 71 x 71 cm
Verso: Nachlassstempel

Im Laufe der 50er Jahre entwickelte Josef Floch eine eigene Definition von Raum, indem er den Begriff auf seine wesentliche Funktion reduzierte – als Begrenzung bzw. Eingrenzung einer der realen Welt entzogenen Bühne. Er erhält keine eigene Identität, setzt sich allein aus verschiedenen ineinander übergehenden Farb-schichten und -flächen zusammen, ist mehr Traum als Wirklichkeit. Zwischen diesen auch perspektivisch verrückten Wänden platziert der Künstler seine Figuren. Im Atelierbild sind es vier: der Maler an seiner Staffe-lei – der einzige Anhaltspunkt für den Titel – und vor sich ein stehender weiblicher Akt. Ihre Ebene liegt eine Stufe über dem vorderen Bildbereich, wo sich ein Kind an ein Geländer zu lehnen scheint und eine bekleidete Frau mit über der Brust gefalteten Händen aufrecht im Schatten der eingezogenen Wand steht. Nirgends findet ein Blickkontakt statt, dennoch spürt man sofort einen unsichtbaren Faden, an dem alle gespannt hän-gen und auf einer eigenen, virtuellen Ebene interagieren.
Betrachtet man das Bild mit dem Wissen über Flochs Leben, lassen sich viele persönliche Deutungen erken-nen: in der dunklen Bildhälfte der Alltag – die Sorge um die kranke Tochter und die Frau als starker Rückhalt, die den Alltag meistert. Auf der höheren Ebene die Welt der Kunst, der Maler, der sich in sein Bild vertieft und das Aktmodell nicht zu beachten scheint. Die in hellstes Licht getauchte Figur wirkt daher wie eine Muse, die ein anderes Licht in das Leben bringt. Erika Tietze-Conrat hat in einer ihrer letzten Rezensionen von Flochs Werk eine für dieses Bild zutreffende Definition gefunden: „Das Endziel ist, eine künstlerische Welt zu schaf-fen, in der wir Frieden finden können. Nicht Glück, nicht Begeisterung, aber jenen Frieden, wie ihn der Einsa-me, als ein Fernsein von allem Lärm, in der Kunst sucht.“1

1 Karl Pallauf: Josef Floch. Leben und Werk 1894 – 1977. Österreichischer Kunst– und Kulturverlag. Wien 2000, S. 21.

IN THE STUDIO I, 1957
Oil on canvas, 71 x 71 cm
Verso: estate stamp

In the course of the 1950s Josef Floch developed his own definition of space by paring it down to its most essential function – as a way of defining and confining the boundaries of a stage extracted from the real world. It does not have its own identity but is composed of various merging layers and planes of colour, and is more a dream than reality. It is between these walls, shifted in perspective, that the artist places his figures. In this studio there are four: the painter at his easel – the only true grounds for the title – and a standing female nude before him. They are one level above the picture’s foreground where a child seems to be leaning on a banister and a clothed woman stands in the shadow of the partition wall, her arms crossed before her chest. There is no eye contact and yet one can immediately sense some invisible ‘thread’, which connects them and means they can interact at their own, virtual level.
If one considers the picture from the point of view of Floch’s life, there are many potential personal interpretations: in the dark half of the picture there is daily life – the worry about his sick daughter and his wife providing strong support and taking care of day-to-day realities. At the higher level there is the world of art, the painter engrossed in his picture, seemingly oblivious to his nude model. Consequently, the figure bathed in the most brilliant light appears like a muse who sheds a new light on life. In one of her last reviews of Floch’s work, Erika Tietze-Conrat aptly defined this picture as follows: ‘The ultimate goal is to create an artistic world where we can find peace. Not happiness, not enthusiasm, but the peace that the loner seeks in art, as an escape from all the noise.’1

Marianne Hussl-Hörmann

1 Karl Pallauf, Josef Floch: Leben und Werk 1894–1977 (Österreichischer Kunst– und Kulturverlag: Vienna, 2000), 21.


Literatur: Karl Pallauf: Josef Floch. Leben und Werk 1894 – 1977. Österreichischer Kunst– und Kulturverlag. Wien 2000,
S. 340, WVZ Nr. 577.



Aktueller Katalog
Band 15
3 4 5 6 7
JOSEF FLO... JOSEF FLO... JOSEF FLO... GEORGE GR... SEBASTIAN...