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Band 15

Art. Nr.: 4
JOSEF FLOCH, Wien 1894 – 1977 New York
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AM ZIEGELTEICH, 1920

Öl auf Leinwand, 63 x 43 cm
Signiert rechts unten: Floch

1920 schreibt Floch in sein Tagebuch: „Suche nach Bildeinheit durch eine Grundfarbe.“ Es ist eine Zeit inten-siven Suchens und Studierens. Der Krieg ist vorbei, er beginnt zu reisen. 1920 kam er nach Holland, erlebt die Bilder Rembrandts, Courbets, Corots. Er hat seine expressionistische Phase der Studienzeit hinter sich und sucht nun einen Weg, koloristische Formlösungen zu finden, ohne die Form ganz aufzulösen und der Wirklichkeit zu entfremden. Daher die Suche nach einer einheitlichen Farbe, um zu einer neuen Konzentration zu gelangen.
Das ruhende Paar „am Ziegelteich“ ist ein besonders interessantes Gemälde, da sich hier dieser eigenständi-ge Weg Josef Flochs schon klar erkennbar zeigt. Blau bildet die Grundfarbe, in der die Szene eingebettet wird und mit deren Tönen und Schattierungen der Maler die Formen baut und übereinander schichtet. Form, hat Floch einmal erwähnt, ist „Geisterlebnis“. In Kombination mit dem ätherischen Blau ist er diesem Credo hier besonders nahe gekommen.
Thematisch erinnert der schlafende weibliche Akt im Vordergrund an bukolische Szenen, dessen Idylle klassi-zistischer Prägung vom groben Fabriksgebäude im Hintergrund jäh durchbrochen wird. Eine stumme Symbo-lik, die für Josef Floch besonders charakteristisch ist.


AT THE BRICK RESERVOIR, 1920
Oil on canvas, 63 x 43 cm
Signed (lower right): Floch

In 1920 Floch wrote in his diary: ‘Looking for pictorial unity through an underlying colour.’ It was a time of intensive searching and study. The war was over; he started to travel. In 1920 he had the opportunity to travel to Holland and experience pictures by Rembrandt, Courbet and Corot. The Expressionist phase of his studies was behind him and he was now seeking a way of finding formal solutions in colour, without dissolving form entirely and alienating reality. As a result he sought uniform colour to achieve a new concentration.
The couple resting by the ‘brick reservoir’ is particularly interesting as Josef Floch’s independent path is already clearly apparent in this painting. The underlying colour is blue – the scene is embedded within it and the painter has built and stacked the forms out of its tones and shades. Form, Floch once mentioned, is a ‘mental experience’. In combination with the ethereal blue, he came very close to this creed in this picture.
The subject of the sleeping female nude in the foreground recalls pastoral scenes, although the idyllic classical atmosphere is abruptly severed by the crude factory building in the background. This is a silent symbolism that is so characteristic of Josef Floch’s work.

Marianne Hussl-Hörmann

Literatur: Karl Pallauf: Josef Floch. Leben und Werk 1894 – 1977. Österreichischer Kunst– und Kulturverlag. Wien 2000, S. 113, WVZ Nr. 44.



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