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Art. Nr.: 4
BLUMEN VOR GELB, 1929
ANTON FAISTAUER St Martin bei Lofer 1887 – 1930 Maishofen
Öl auf Leinwand, 59,5 x 76 cm
Signiert und datiert rechts oben: 1929 Anton Faistauer
Kenner begegnen dem Blumenbild mit gesteigertem Misstrauen, weil auf diesem Gebiet mit bloßer Geschicklichkeit Beachtliches zu erreichen ist. Auch Könner „erniedrigen“ es nicht selten zum kulinarischen Schaustück. Selbst Anton Faistauer sah sich gelegentlich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass er einen Kult der erlesenen Farbwerte betreibe. Gleichzeitig mit Egon Schiele, der seine Blumenbilder zu existenziellen Metaphern stilisierte, suchte sein Studienkollege Faistauer dem Thema durch hintergründigen Farbenprunk neue Bedeutungsfülle zu verleihen. Wirken seine Blumen in dieser frühen Schaffensphase wie in eine geheimnisvolle Farbstimmung getaucht, so treten sie uns am Ende einer zwei Jahrzehnte währenden Entwicklung als souveräne Träger des malerischen Ausdrucks entgegen. Raumgreifend entsenden sie ihre Blütenpracht nach allen Richtungen. Andererseits zwingt die mit einer leichten Schrägstellung kombinierte Draufsicht förmlich dazu, den Strauss als kompaktes, dreidimensionales Gebilde wahrzunehmen. Die Vase mit ihrer Kugelform unterstützt diese umkreisende Annäherung – scheint sie nicht selbst zu kreisen?
Wie wenige Meister dieses Fachs erreicht Faistauer in seinem letzten Blumenbild (zusammen mit einem ähnlichen Bukett vor grünem Grund in der Salzburger Residenzgalerie) einen Punkt spannungsvoller Ausgewogenheit, an dem expressives Pathos sich mit dem duftigen Schmelz zarter Naturgebilde vereint. Die pralle Kraft der Vergegenwärtigung wird in doch wieder gedämpften Tönen eingefangen. Die Entschiedenheit des Pinselstrichs, die Klarheit der Raumdisposition stehen keineswegs im Widerspruch zur extemporierenden Lockerheit des malerischen Zugriffs
FLOWERS BEFORE A YELLOW BACKGROUND, 1929
Oil on canvas, 59.5 x 76 cm
Signed and dated (upper right): 1929 Anton Faistauer
Connoisseurs tend to approach flower pieces with acute mistrust, because this field merely calls for skill to make ones mark. It is also not unheard of for experts to ‘degrade’ it to a delicious showpiece. Even Anton Faistauer occasionally had to face the accusation that he was practising a cult of exquisite colour values. At the same time as Egon Schiele, who stylized his flower pictures into existential metaphors, Faistauer sought with his array of colours to invest new depth of meaning to the subject. While his flowers in the early phase of his work appear to be imbued with a mysterious atmosphere of colour, towards the end of two decades of development they emerge as assured vehicles of painterly expression. Reaching out into the space around they strew their blooms in all directions. On the other hand, the top view combined with the slight angle of the bouquet, compel us to perceive the flowers as a compact, three-dimensional form. The vase with its globular form emphasizes this encircling approach – does it not appear to be rotating itself?
Like few masters of this genre, Faistauer managed in his last flower piece (together with a similar bouquet on a green background in the Residenzgalerie in Salzburg) to achieve an exciting balance in which expressive pathos is united with the gossamer, sweet delicacy of natural forms. Yet this luxuriant eruption of flora is captured in muted shades. The decisive brushstrokes and the clarity of the spatial arrangement in no way contradict the improvised lightness of the painter’s hand.
Nikolaus Schaffer
Literatur: Franz Fuhrmann: Anton Faistauer 1887 – 1930 mit einem Werkverzeichnis der Gemälde. Residenz Verlag. Salzburg 1972. WVZ 361, Farbabbildung Tafel 37.
Preis auf Anfrage:
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