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Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
geometrische oder abstrakte Darstellung und Kompositionen
Städtebilder

Art. Nr.: 5
STADT VI (STADT AUF DEM MONDE), 1926
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LYONEL FEININGER New York 1871 – 1956 New York

Aquarell und Tuschfeder auf Bütten, 347 x 518 mm
Signiert, bezeichnet und datiert unten: Feininger Stadt VI 2.XII.26
Verso bezeichnet: Julia Dear from Leoli, Xmas 1926 „Stadt auf dem Monde“

Ende Juli 1926 zog die Familie Feininger aus Weimar in eins der von Walter Gropius neu errichteten Meisterhäuser des Bauhauses in Dessau. Am 4. Dezember wurde dann das eigentliche Bauhausgebäude feierlich eingeweiht. Zwei Tage zuvor entstand Feiningers Aquarell „Stadt VI“, das zu einer Reihe von Arbeiten gehört, die aus zwei Quellen gespeist wurden. Das ist zum einen die Auseinandersetzung mit dem Motiv der Giebel der norddeutschen Stadt Lüneburg, wo sich Feininger 1921 und 1922 insgesamt zwei Wochen aufgehalten hatte, und zum anderen die Übernahme der Formen seiner für die drei Söhne geschnitzten Spielzeughäuser in seine Bildwelt. Von dort kommen die stark vereinfachten Formen der Häuser und Giebel, aus dem Lüneburg-Erlebnis stammt ihre Rhythmisierung, die bei diesem Blatt besonders spannungsvoll gelungen ist (vgl. z.B. „Städtchen“ vom 13.12.1926 im Katalog von Michael Beck, Nr. 23, oder „Städtchen II“ vom 27.11.1929 im Sabarsky-Katalog von 1992, Nr. 31). Diese Aquarelle von 1926 bereiteten unmittelbar das Gemälde „Architektur III“ von 1927 vor, sind aber nicht als Skizzen dazu zu verstehen. Feininger hat seine Aquarelle stets mit einer Federzeichnung verbunden, innerhalb dieses Grundmusters aber eine ungeheure Variationsbreite entfaltet. Hier sind die mit dunkler verfließender Aquarellfarbe hinterlegten Linien charakteristisch, von denen die Formen der Häuser zu größeren Komplexen zusammengefaßt werden. Den Bezug zu der über Jahre hin angewachsenen Spielzeugstadt, die nach einer frühen Graphik „Die Stadt am Ende der Welt“ genannt wurde, hat Feininger nachträglich noch einmal betont, indem er dem Blatt mit der Widmung an seine Frau Julia zum Weihnachtsfest 1926 einen zweiten Titel gab: „Stadt auf dem Monde“.

CITY VI (CITY ON THE MOON), 1926
Watercolour, and pen and ink on Bütten, 347 x 518 mm
Signed, inscribed and dated at the base: Feininger Stadt VI 2.XII.26
Verso inscribed: Julia Dear from Leoli, Xmas 1926 ‘Stadt auf dem Monde’

At the end of July 1926, the Feininger family moved from Weimar to one of the new houses for Bauhaus ‘masters’, or professors, designed by Walter Gropius in Dessau. On 4 December, the Bauhaus Building was opened with great festivity. Two days before, Feininger painted his watercolour City VI, one of a series of works, which is based on two sources. One of these was his study of gables in the north German city of Lüneberg, where Feininger spent a total of two weeks in 1921 and 1922. The other source was the toy houses which he carved for his three sons and incorporated into his pictorial world. It is from these that he derived the boldly simplified shapes of the houses and gables, and their rhythmic interpretation, so successful and exciting in this work, was inspired by his experience of Lüneburg (cf. e.g. Städtchen of 13.12.1926 in the Michael Beck catalogue, No. 23, or Städtchen II of 27.11.1929 in the 1992 Sabarsky catalogue, No. 31). These watercolours of 1926 were in preparation for the painting Architecture III of 1927 but were not preliminary sketches. Feininger always combined his watercolours with pen and ink drawing but did this with tremendous variation. Here the lines set against dark, blurred watercolours are characteristic and these create larger complexes out of the house forms. The allusion to the toy town, which kept growing over the years and was named after an early print The City at the End of the World, was emphasized by Feininger later on. He did this by dedicating the watercolour to his wife Julia at Christmas in 1926 and by giving it a second title: City on the Moon.

Andreas Hüneke

Literatur: Ausstellungskatalog: Lyonel Feininger. Drawings and Watercolours. New York, Serge Sabarsky Gallery, 1979, Abbildung Nr. 25
Ausstellungskatalog: Lyonel Feininger. Begegnung und Erinnerung. Lüneburger Motive 1921-1954. Hg. von Sabine Dylla, Lüneburg, Kulturforum Lüneburg, 1991
Ausstellungskatalog: Lyonel Feininger. Zeichnungen und Aquarelle. Hg. von Serge Sabarsky, Bottrop, Josef Albers Museum, 1992
Ausstellungskatalog: Feininger. Arbeiten aus seiner Zeit in Weimar und Dessau. Leipzig, Galerie Michael Beck, 1994
Ulrich Luckhardt (Hg.): Die Stadt am Ende der Welt. Das Spielzeug von Lyonel Feininger. DuMont Buchverlag, Köln 1998

Preis auf Anfrage:


Band 10
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