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10 Jahre
Kunsthandel W.& K.

Ausstellungskatalog
Gustav KLIMT
Egon SCHIELE

Salzburg World
Fine Art Fair

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Künstlerbiographien
 

Anbieter: Wienerroither & Kohlbacher GmbH
Kunsthandel - Austrian Fine Art (neben dem Café Central)
, A-1010 Wien (Anfahrtsplan anzeigen)

Katalog: Band 10

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Grafik
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Erotik, Akte

Art. Nr.: 16
NACH RECHTS LIEGENDER AKT MIT PELZ, 1910
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GUSTAV KLIMT Wien 1862 – 1918 Wien

Bleistift, blauer und roter Farbstift auf Papier, 370 x 560 mm
Nachlassstempel rechts unten

Viele der um 1910 entstandenen Aktstudien sind gekennzeichnet durch extreme, räumlich komplizierte Stellungen. In diesen Zeichnungen verbindet sich die ausgesprochen erotische Thematik mit sprechenden Kontrastwirkungen zwischen nackten Hautpartien und reich strukturierten Textilteilen; neben dem Bleistift verwendete Klimt hier oft mehrere Farben – meistens Rot und Blau. In der vorliegenden Zeichnung griff der Künstler sogar auf die schwarze Kreide zurück, die er um 1904/05 zugunsten des härteren Bleistifts aufgegeben hatte. Durch das Wischen der kräftigen, parallelen Striche wurde der Pelz, der die Schulter- und Bauchpartie des liegenden Modells wie ein unheimliches schwarzes Tier umschmeichelt, zu einem äußerst sinnlichen Element in der Darstellung. Vielleicht hat Klimt hier sogar wirklich eine Katze angedeutet.
Umso suggestiver ist die Kontrastwirkung dieser sinnlichen, dunklen Form mit der roten Schamhaarpartie, die – von der Hand der Frau berührt – im Zentrum der Darstellung steht. Diese Partie bildet nicht nur den erotischen, sondern auch den geometrischen Kernpunkt der Komposition, in der die diagonal gespreitzten Beine mit den schrägen blauen Linien des Sofas einen spannungsgeladenen Dialog führen. Sogar die Oberseite des perspektivisch verkürzten Gesichts mit dem Ausdruck der Selbstvergessenheit wurde in die Horizontallinie der oberen Bettkante eingebunden.
Eine Auswahl aus den erotischen Zeichnungen dieser Phase, die 1910 in der Galerie Miethke gezeigt wurde, brachte Klimt den Vorwurf der Pornographie ein. Dieser Vorwurf hat den Künstler so gekränkt, dass er sich entschloss, nie mehr in Wien auszustellen.

NUDE RECLINING TO THE RIGHT WITH A FUR PIECE, 1910
Pencil, blue and red crayon on paper, 370 x 560 mm
Estate stamp (lower right)

Many of the nude studies by the artist from around 1910 are characterized by extreme and spatially complex positions. These drawings combine highly erotic subject-matter with effective contrasts between naked skin and richly structured textiles. Klimt often added colours to the pencil drawing in these pieces of fabric – usually red and blue. In this drawing the artist even used black chalk again, which he had abandoned around 1904/05 in favour of pencil. By smudging the bold, parallel strokes, the fur, which caresses the shoulders and belly of the reclining model like a mysterious, black animal, becomes a very sensual element in the depiction. Perhaps Klimt was really suggesting a cat here.
Even more suggestive is the contrast between this sensual, dark form and the red pubic hair which – touched by the woman’s hand – is at the centre of the drawing. This part is not only the erotic but also the geometric heart of the composition in which the diagonally spread legs are placed in an exciting dialogue with the sloping blue lines of the sofa. Even the top of the foreshortened face, with an expression oblivious to all around, has been incorporated in the top edge of the bed.
When a selection of erotic drawings from this phase was shown in 1910 at the Galerie Miethke, Klimt was accused of pornography. This hurt the artist so much that he decided never again to exhibit his work in Vienna.

Marian Bisanz-Prakken

Literatur: Alice Strobl: Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1904 -1912. Band II. Verlag Galerie Welz. Salzburg 1982, WVZ Nr 1981.


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