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Art. Nr.: 18
ISONZO, 1916
OSKAR KOKOSCHKA Pöchlarn 1886 -1980 Montreux
Kreide, Pastell, Aquarell auf getöntem Papier, 300 x 431 mm
Monogrammiert und bezeichnet in zwei verschiedenen Kreidefarben rechts unten: OK | Maschinengewehrhaus | Soldate 588
Nach dem Scheitern der leidenschaftlichen Liebesbeziehung zu Alma Mahler rückte Oskar Kokoschka, psychisch tief verstört, Ende 1914 zur österreichischen Armee ein und meldete sich freiwillig zum Fronteinsatz im Osten. Von einer lebensgefährlichen Verwundung kaum genesen, wurde er 1916 an die Isonzo-Front abkommandiert, den wegen seiner ungemein blutigen Schlachten berüchtigten Kriegsschauplatz an der slowenisch-italienschen Grenze. Kokoschka war als Verbindungsoffizier einer Gruppe von Kriegsmalern zugeteilt und hielt sich von Mitte Juli bis Ende August 1916 im Raum Tolmein auf. In dieser Zeit entstand eine Reihe von Pastellblättern, in denen er die topographischen Gegebenheiten des Frontverlaufs, Geschützstellungen, Wehranlagen und Kampfhandlungen festhielt. Im Bemühen um eine möglichst sachliche Landschaftsschilderung, ergänzt durch schriftliche Angaben, wird die Absicht erkennbar, die an einen Kriegsmaler gestellten Anforderungen zu erfüllen. Im vorliegenden Blatt eines Maschinengewehrstandes bei der Ortschaft Selo, die in mehreren dieser Zeichnungen auftaucht, gibt der Künstler sogar die Kote – den kartographischen Vermessungspunkt - der Stellung exakt an. Nichtsdestoweniger dürften Kokoschkas malerisch angelegte, mit kräftigen Pastellstrichen hingesetzte Landschaftsdarstellungen wohl kaum den Zwecken der Militärstrategen genügt haben. Es handelt sich vielmehr um freie künstlerische Äußerungen, deren vitale Bewegtheit und Farbkraft den dargestellten Greueln und Zerstörungen eine positive Weltsicht und einen ungebrochenen Lebenswillen entgegensetzt.
ISONZO, 1916
Chalk, pastel, and watercolour on toned paper, 300 x 431 mm
Signed with a monogram and inscribed in two different colours (lower right): OK | Maschinengewehrhaus | Soldate 588
After Oskar Kokoschka’s passionate relationship with Alma Mahler broke down, at the end of 1914 the deeply distressed artist reported for duty to the Austrian army and volunteered for the eastern front. After barely recovering from a life-threatening injury, in 1916 he was posted to the Isonzo front on the Slovenian-Italian border, which was notorious for its bloody battles. Kokoschka was drafted as a liaison officer for a group of war painters and from mid-July to the end of August 1916 he was based around Tolmino. It was during this time that he created a series of pastels in which he captured the topographic conditions along the front, gun emplacements, defences and battles. In his efforts to represent the landscape objectively and his written notes we can detect that he intended to meet the demands placed on a war painter. In this depiction of a machine-gun station near Selo, which features in many drawings, the artist even records the exact elevation. Nevertheless, Kokoschka’s painterly landscapes, captured in bold pastel strokes, could hardly have met the needs of military strategists. They are more like free artistic expressions in which the vitality and vibrancy counter the horrors and destruction they depict with a positive world view and an unbroken will to live.
Edwin Lachnit
Literatur: Alice Strobl und Alfred Weidinger: Oskar Kokoschka, Das Frühwerk (1897/98 – 1917) Zeichnungen und Aquarelle. Katalog zur Ausstellung in der Graphischen Sammlung Albertina. Wien 1994, vgl. Farbabbildungen 200 – 206.
Preis auf Anfrage:
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