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Wienerroither & Kohlbacher GmbH
Kunsthandel - Austrian Fine Art
, A-1010 Wien

Kaufobjekt

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Erotik, Akte

Art. Nr.: 37
WEIBLICHER HALBAKT MIT BADETUCH, 1924
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OTTO RUDOLF SCHATZ Wien 1900 – 1961 Wien

Aquarell und Deckfarben über Bleistiftvorzeichnung auf Papier, 509 x 374 mm
Monogrammiert rechts oben: ORS

Otto Rudolf Schatz zählt zu jenen wichtigen Wiener Malern der Zwischenkriegszeit, die noch nicht hinreichend gewürdigt und dokumentiert sind (eine Monografie ist im Entstehen). Dabei ist seine Entwicklung von Schiele über die Neue Sachlichkeit hin zu einem fröhlichen Kolorismus überaus typisch für den allgemeinen Verlauf der Geschichte der Moderne in Wien. Als Freund des kuriosen Kritikers Arthur Rössler zunächst noch im Banne Schieles stehend, machte Schatz die Entwicklung vom Expressionismus zur Sachlichkeit an vorderster Front mit – dafür steht auch das vorliegende Bild. Schatz war engagierter Sozialdemokrat, zeigte das Leben, wie es war (Fresken in Gemeindebauten) und bog klassische Vorbilder oft in ein etwas derberes Genre herab. So kippten Aktdarstellungen bei ihm oft ins Erotische, mitunter Pornographische. Das vorliegende Blatt jedoch hält sich noch an den klassischen Kanon, den es ein wenig augenzwinkernd variiert. Damit steht Schatz den deutschen Veristen um Christian Schad und Otto Dix näher als den lyrischen Wiener Sachlichen wie etwa Franz Lerch. Ähnliche unvermittelt präsente, in ihrem Realismus fast erschreckende Aktdarstellungen dieser Zeit kennt man sonst vor allem von Victor Planckh. Dennoch gibt es neben Planckh und Schatz noch eine Reihe weiterer „Wiener Veristen“ der 1920er Jahre, die noch der Entdeckung harren und einen Gegenpol zum dominierenden expressionistischen Idiom bilden, das gemeinhin als genuin „österreichisch“ interpretiert wird. Schatz überlebte den Krieg in Prag – dort und im Wien der Nachkriegszeit schilderte er in den 1940er Jahren das urbane Leben in realistisch-buntem Stil.

FEMALE SEMI-NUDE WITH BATH TOWEL, 1924
Watercolour and gouache on a pencil preliminary drawing on paper, 509 x 374 mm
Signed with a monogram (upper right): ORS

Otto Rudolf Schatz is one of the most important Viennese painters from the inter-war period who have yet to be acknowledged and documented as they deserve (a monograph is currently being worked on). And yet his development, from Schiele to Neue Sachlichkeit and then to a cheerful colourism, is typical of the general evolution of modernism in Vienna. As a friend of the curious critic Arthur Roessler, he was at first under Schiele’s spell and was then at the fore as Expressionism developed into Neue Sachlichkeit – as this picture demonstrates. Schatz was a dedicated Social Democrat and showed life as it was (e.g. frescoes in municipal buildings). He often brought classical examples down into a coarser genre. Nudes often turned into something erotic, sometimes even pornographic. This painting, however, adheres to the classical canon, with a few winkingly added variations. In this way Schatz was closer to the German Verist painters in the circle of Christian Schad and Otto Dix than the lyrical Viennese ‘New Objective’ artists like Franz Lerch. Nudes with a similar presence and a realism that is almost shocking are known only by Victor Planckh from this period. However, in addition to Planckh and Schatz there is a whole row of other ‘Viennese Verists’ from the 1920s still waiting to be discovered. These artists serve as an antipole to the dominant Expressionist idiom which is generally interpreted as being genuinely ‘Austrian’. Schatz survived the war in Prague and in the post-war 1940s he captured urban life there and in Vienna in a realistic and colourful style.

Matthias Boeckl
Preis auf Anfrage:


Band 10
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