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Art. Nr.: 39
PORTRÄT IDA ROESSLER, 1912
EGON SCHIELE Tulln 1890 – 1918 Wien
Bleistift auf Papier, 454 x 318 mm
Signiert und datiert Mitte rechts: EGON | SCHIELE | 1912
Verso: Stempel: Professor Arthur Roessler Wien XIX, Billrothstrasse 6
Ida Roessler war die Frau Arthur Roesslers, eines Sammlers und Kunstkritikers für die Arbeiter Zeitung. Roessler traf Schiele zum ersten Mal 1909, als die Arbeiten des jungen Künstlers im Kunstsalon Pisko ausgestellt waren. Beinahe sofort wurde er zu einem der bedeutendsten Unterstützern und Mäzenen Schieles. Er schrieb nicht nur über das Werk Schieles, sondern war auch ein eifriger Sammler seiner Arbeiten. 1910 schuf Schiele ein Porträt von Roessler (Kallir P. 163; Sammlung Wien Museum), und zwei Jahre später malte er die Frau des Kunstkritikers (Kallir P. 223; Sammlung Wien Museum).
Frau Roessler hatte aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Vorbehalte gegen das ausschweifende Leben Schieles sowie seine Vorliebe für erotische Themen. Ihre hochmütige und etwas distanzierte Haltung sind sowohl im Ölgemälde, als auch in dieser vorangehenden Studie offensichtlich. Die Studie zeigt Ida in einem Sessel sitzend, wohingegen das Öl bereits unter der Halslinie endet, um die volle Aufmerksamkeit auf ihr überhebliches Gesicht zu lenken. Ihr Hut und ihr pelzverbrämter Umhang unterstreichen zusätzlich die Distanz zum Künstler: Sie sieht aus als hielte sie nur kurz an, auf dem Weg zu einer viel wichtigeren Verabredung.
Von den beiden dokumentierten Studien für das Ölgemälde (das andere, Kallir D. 1006, es befindet sich in der Sammlung Wien Museum) ist die vorliegende Arbeit dem vollendeten Gemälde weitaus ähnlicher. In beiden ist die Haltung des Kopfes und der Winkel des Hutes beinahe ident. Obwohl Rudolf Leopold das Ölgemälde Anfang 1912 datiert hat, gibt es keinerlei Dokumentierungen, um diese Datierung zu bestätigen. Der Stil dieser Studie, mit seinem relativ starken zügigen Strich, weist eher auf eine Entstehung in der Mitte oder zweiten Hälfte des Jahres 1912 hin.
PORTRAIT OF IDA ROESSLER, 1912
Pencil on paper, 454 x 318 mm
Signed and dated (right): EGON | SCHIELE | 1912
Verso: stamped: Professor Arthur Roessler Wien XIX, Billrothstrasse 6
Ida Roessler was the wife of Arthur Roessler, a collector and art critic for the Arbeiter Zeitung. Roessler first met Schiele in 1909, when the young artist’s work was exhibited at the Kunstsalon Pisko, and he almost immediately became one of Schiele’s most important supporters and patrons. In addition to writing about Schiele’s work, he was an ardent collector of it. In 1910, Schiele painted Roessler’s portrait (Kallir P. 163; Collection Wien Museum), and two years later, he painted the critic’s wife (Kallir P. 223; Collection Wien Museum).
It is probable that Schiele’s bohemian ways and his predilection for erotic subject matter did not sit well with the proper bourgeois Frau Roessler. Her imperious and somewhat aloof manner is evident both in the oil and in this preliminary study. Whereas the drawing shows Ida seated in a chair, the oil is cropped at the neck, focusing attention on the subject’s haughty face. Her hat and fur-collared wrap also underscore Ida’s distance from the artist: she looks as though she is just passing through on her way to a more important engagement.
Of two documented studies for the oil (the other, Kallir D. 1006, is in the collection of the Wien Museum), the present work is closer to the finished painting, duplicating almost exactly the position of the head and the angle of the hat. Although Rudolf Leopold has dated the oil to early 1912, there is no documentary evidence to support this dating. The style of the study, with its relatively strong, fly-away lines, rather suggests a date toward the middle or latter part 1912.
Jane Kallir
Literatur: Jane Kallir: Egon Schiele, The complete works. New York 1998. S.464, WZNr.1007.
Preis auf Anfrage:
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