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10 Jahre
Kunsthandel W.& K.

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Anbieter: Wienerroither & Kohlbacher GmbH
Kunsthandel - Austrian Fine Art (neben dem Café Central)
, A-1010 Wien (Anfahrtsplan anzeigen)

Katalog: Band 10

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Grafik
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
geometrische oder abstrakte Darstellung und Kompositionen
Studie, Entwürfe

Art. Nr.: 45
STUDIE ALOÉ, Winter 1923/24
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MY ULLMANN Wien 1905 – 1995 Konstanz/Bodensee

Farbstift, Kohle, schwarze Kreide und Bleistift, Transparentpapier 338-339 x 240-249 mm
Monogrammiert rechts unten mit schwarzer Kreide: My
Bezeichnet links unten mit schwarzer Kreide: Studie Aloé
Linieneinfassung mit Farbstift

Als jüngere Studienkollegin von Erika Giovanna Klien gehörte Marianne Ullmann zu jenen Studenten an der Wiener Kunstgewerbeschule, die Franz Cizeks „Kinetismus“ am radikalsten vertreten haben. Wie die älteren Jahrgänge seiner Abteilung für ornamentale Formenlehre erarbeitete sie sich ihr Formvokabular an Hand von Naturstudien nach den von Cizek postulierten Phasen eines „analytisch-gliedernden“ und eines „synthetisch-aufbauenden“ Verfahrens und entwickelte dabei ihre eigene Handschrift.
Im Falle der Studie Aloe wird Ullmanns Eigenwilligkeit insofern gut fassbar, als hier der Wechsel von einer Phase zur nächsten festgehalten scheint: Während aus den Proportionen der Blattstände und ihrer stacheligen Ränder relativ genau entsprechende Formrhythmen abgeleitet sind, werden die beiden von oben gesehenen afrikanischen Blattsukkulenten ziemlich radikal in einem geometrischen Netz aus Kreisen und darin eingeschriebenen, meist rechtwinkeligen Segmenten verspannt und formal zusammengefasst.
Die außergewöhnlichen Formen der Aloe dürften mit ihrer prallen und skulpturalen Erscheinung dem Formwillen der Künstlerin entgegen gekommen sein, da diese Merkmale auch für Ullmanns Arbeiten der folgenden Jahre charakteristisch sind. Die Wahl einer Zimmer- und Topfpflanze als Studienobjekt ergab sich wohl auch deshalb, weil sie während der Wintermonate 1923/24, in denen Ullmann allenfalls weihnachtliche Tannenzweige zur Verfügung standen, an denen sie sich auch in einem ähnlichen Papierformat versuchte , bequem erreichbar war.

ALOE STUDY, winter 1923/24
Coloured crayon, charcoal, black chalk and pencil on transparent paper, 338–339 x 240–249 mm
Framing outline in coloured crayon
Signed with black chalk (lower right): My; inscribed (lower left): Studie Aloé

As a fellow student of Erika Giovanna Klien, the younger Marianne Ullmann was one of the students at the College of Applied Art in Vienna who developed a particular style from Franz Cizek’s Kinetic art. As in the classes of previous years in his department for ornament and the study of form, she developed her own vocabulary of forms from studies of nature based on Cizek’s prescribed phases of ‘analytically structuring’ and ‘synthetically constructing’ processes. In this way she evolved her own unmistakeable style. In Aloe Study, we can grasp Ullmann’s individuality inasmuch as the transfer from one phase to the next seems to be manifested in this picture. While the proportions of the fleshy leaves with their thorny edges follow the formal rhythms of the plant relatively exactly, the forms of the two African leaf succulents viewed from above have been fairly radically summarized and placed within a geometric framework composed of circles with mostly right-angled segments inside.
The unusual forms of aloe, with its turgid and sculptural appearance, must have met with the artist’s formal intentions, as this feature is also characteristic in Ullmann’s works in the following years. The choice of a pot plant as an object of study was probably also because this was easily accessible in the winter months of 1923/24, when Ullmann was otherwise only able to work on fir branches.


Marietta Mautner Markhof

Literatur: Monika Platzer und Ursula Storch (hrsg.): Kinetismus, Wien entdeckt die Avantgarde. Katalog zur Ausstellung im Wien Museum. Hatje Cantz Verlag. Wien 2006.



Band 10
40 42 45 47 48
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