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Art. Nr.: 46
FAMULUS, 1961
ANDREAS URTEIL Gakovo 1933 – 1963 Wien
Bronzeguss 2/5, 176 cm
Die monumentale Skulptur „Famulus“ ist der zweite Bronzeguss des gleichnamigen Werks, das Urteil 1961 in Sandstein gearbeitet hat. Urteil bevorzugte als künstlerisches Material Stein, manchmal auch hartes Eichenholz. Von Beginn seiner künstlerischen Karriere an war er diesem unnachgiebigen Material verpflichtet. So hatte Urteil bereits eine vollständige Ausbildung als Steinmetz absolviert, bevor er Aufnahme in der Klasse für Bildhauerei der Akademie der bildenden Künste in Wien fand.
Die menschliche Gestalt erscheint bei Urteil nicht wie bei seinem Lehrer Wotruba aus einzelnen Teilen additiv zusammengefügt, sondern bildet eine einzige unteilbare Gesamtform. Gliedmaßen und Extremitäten schälen sich wie zufällig aus den ungebändigten, expressiven Zerklüftungen der Oberfläche heraus. Das schmale Werk des mit nur dreißig Jahren früh verstorbenen Künstlers kennt sowohl eine gleichsam spielerische Variante solcher Figuren, die, zumeist aus Gussbeton gearbeitet, eine schwebende Leichtigkeit und ein Zerfließen der Formen anstreben. Es kennt aber auch die monumentale, mächtige Großform, die meist aus Stein gehauen ist und zu welcher auch der „Famulus“ zählt. Diese Skulptur erscheint als mächtige, schräg aufragende, gezackte Stele. Das tief zerklüftete, organisch wirkende Oberflächenrelief teilt die Figur in zwei Hälften. Dies ruft zumindest im unteren Bereich der Skulptur Assoziationen mit einem Beinpaar hervor. Diese Zweiteilung setzt sich turmartig nach oben hin fort, ohne jedoch menschliche Gestalt anzunehmen. Dennoch geht von dieser expressiven, quasi-abstrakten Figur eine anthropomorphe Wirkung aus, die das Werk als beseelte Form erlebbar macht.
FAMULUS, 1961
Bronze cast 2/5, 176 cm
The monumental sculpture Famulus is the second bronze cast of a sculpture of the same name that Urteil created in sandstone in 1961. As materials, Urteil favoured stone and sometimes hard oak. From the very beginning of his artistic career he was attracted to this unyielding material. Urteil had trained as a stonemason before being accepted in the sculpture class at the Academy of Fine Arts in Vienna.
Unlike the work of his teacher Wotruba, where the human figure is assembled additively from separate parts, in Urteil’s sculpture the figure forms a single, inseparable whole. Limbs and extremities seem to peel off, as if by coincidence, from the uncontrolled, expressive fissures of the surface. This slender work by the artist, who died prematurely at the age of thirty, is related to the ‘playful’ variation of such figures. These are usually worked in cast concrete, and aspire to a floating lightness and merging of forms. It is, however, also linked with the monumental, massive form, mostly hewn from stone, to which Famulus belongs. This sculpture appears like a mighty, serrated stele that soars up at an angle. The deeply fissured relief of the seemingly organic surface divides the figure into two halves. This conjures up associations with two legs, especially in the lower part of the sculpture. This division in two continues upwards like a tower without ever taking on human shape. In spite of this, this expressive, quasi-abstract figure leaves an anthropomorphic impression so that we are able to experience it as a living form.
Franz Smola
Literatur: Otto Breicha: Andreas Urteil, Monographie mit Werkverzeichnis. Wien-München. Verlag Jugend & Volk. 1970. WVNr. 65, Abb. 60 und 61.
Preis auf Anfrage:
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