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Art. Nr.: 11
Fregatte auf hoher See - Anhänger
G. Stephany und J. Dresch
Künstler: G. Stephany und J. Dresch zugeschrieben. Es spricht vieles dafür, dass es sich bei dem Segelschiff um ein eigenhändiges Werk der beiden Künstler handelt (Lit.: P. W. HARTMANN, Elfenbeinkunst, S. 125-130).
Das zeitlos elegante Schmuckstück stellt eine minutiös aus Elfenbein gestaltete Fregatte mit geblähten Segeln dar. Keine Abbildung kann die Faszination vermitteln, die von dem in allen Einzelheiten wiedergegebenen Segelschiff ausgeht. An Bord sind vier Seeleute zu sehen. Die Segel und die auf den Masten wehenden Flaggen sind im Material so fein ausgearbeitet, dass man meint, sie bestünden aus Seide. In der Nähe des Schiffes befinden sich kleinere Boote. Das Meer wird durch wellenartig ausgeschnittene und kulissenförmig gestaffelt angeordnete Elfenbeinlamellen gebildet. Als Hintergrund dient schwarzes Glas.
Es gibt einige im Format größere Mikrobilder mit Darstellungen von Segelschiffen, die von Stephany und Dresch stammen. Sie sind in der gleichen Manier gestaltet; auch Meer und Hintergrund sind genauso ausgeführt.
G. Stephany (Stephani), der als Augsburger Künstler bezeichnet wird (z. B. im Künstlerlexikon G. K. Nagler), und sein ebenfalls aus Deutschland stammender Partner J. Dresch arbeiteten in den 1790er Jahren gemeinsam in London. Mehrere ihrer Mikrobilder mit demselben Motiv wurden bei Ausstellungen in der Royal Academy of Arts in London präsentiert und bewundert. Es heißt, dass die beiden Künstler immer gemeinsam auftraten und sehr vermögend waren, da Kunstliebhaber einander überboten und „heavy sums“ bezahlten, um eines ihrer Bildwerke erwerben zu können, deren Herstellung lange Zeit beanspruchte.
König Georg III. von England war von den Arbeiten der beiden so angetan, dass sie das Privileg erhielten, sich „Elfenbeinbildhauer in Miniatur Ihrer Majestäten“ zu nennen („Sculptors in Miniature on Ivory to their Majesties“).
Die Mikrobilder der beiden erfolgreichen Künstler sind typisch für die im nachklingenden Rokoko herrschende Vorliebe für das Außergewöhnliche. Im Zusammenhang mit Mikrobildern war die sensationelle Feinheit der Ausarbeitung ausschlaggebend; „je kleiner und feiner, desto wertvoller“. Zu jener Zeit wurden Objekte der bildenden Kunst noch in direktem Zusammenhang mit „Können“ gesehen. Die Kunstkenner und Kritiker der damaligen Zeit waren vor allem von dem Können der Bildhauer, d. h. von der Einzigartigkeit und Unnachahmlichkeit ihrer Kunstwerke fasziniert.
Wie nahezu alle in Mikrotechnik gestalteten Elfenbeinreliefs hat auch diese „Fregatte auf hoher See“ zwei verschiedene Fassungen. Der Künstler setzte die Fregatte in eine Zargenfassung (Durchmesser: 2, 7 cm) ein, verschloss diese mit einem Abdeckglas und verkaufte das kleine Bildwerk als „Kunststück“.
Der Käufer ließ es dann zusammen mit der „Primärfassung“ von einem Goldschmied als Anhänger erneut fassen (Durchmesser: 3,3 cm).
In weiterer Folge wurde das Kleinod, umgeben von schwarzem Samt, eingefügt in einen 12,0 x 12,0cm großen schwarzen Holzrahmen in josephinischem Stil und kann nun, der ursprünglichen Bestimmung solcher Kunstkammerobjekte entsprechend, als Schaustück dienen.
Da sich der Rahmen an der Rückseite öffnen lässt, ist es möglich, den Anhänger aus dem Rahmen zu nehmen und als Schmuckstück zu tragen; er kann aber jederzeit wieder in den Rahmen eingesetzt werden.
Preis: nicht vermerkt
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