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Art. Nr.: 14
Weihwasserbrunnen
A. Lefébure (Lefebvre)
„Mosaïquearbeit“. Dieppe, Frankreich, datiert 1773.
Künstler: A. Lefébure (Lefebvre) zugeschrieben.
Abgebildet in dem Buch: P. W. HARTMANN, Elfenbeinkunst, S. 189.
Der meisterlich gestaltete Weihwasserbrunnen besteht aus dem Wasserbehälter und dem hochovalen Wandstück, das der Rundung des Elefantenstoßzahns entsprechend leicht vorgewölbt ist. Am oberen Ende dieses Wandstückes befindet sich die beweglich angebrachte Halterung der Aufhängeöse.
Das eigentliche Gefäß, d. h. der halbkugelig gedrechselte Weihwasserbehälter, wurde am unteren Ende des Wandstückes angeleimt. Seine Wandung ist in feinem Flachrelief mit geflügelten Engelsköpfchen verziert. Auf dem in Form eines Dreiecks symbolisierten Auge Gottes kann man die eingeritzte Jahreszahl 1773 erkennen. Nach unten endet das Gefäß in rundlich bzw. laibchenförmig gedrechselten Dekorstücken.
Das Wandstück weist eine feine Reliefschnitzerei auf, umgeben von einer gitterartig bzw. stabförmig ausgeführten Durchbruchsarbeit, in Frankreich „Mosaïque“ genannt. Im oberen Drittel des hochovalen Wandstückes sind links und rechts als Flachrelief je ein Kinderengel zu sehen. In deren Händen befindet sich eine Girlande, die sich, als äußere Begrenzung der Durchbruchsarbeit, in C-Voluten, Ranken und Blumen fortsetzt.
Nach innen wird der gitterförmige „Mosaïque-Grund“ durch eine hochovale Umrandung begrenzt, innerhalb derer sich eine Durchbruchsarbeit aus schmalen und etwas breiteren Stäben befindet, die als Träger der als Flachrelief ausgeführten Binnenschnitzerei fungiert. Diese stellt das über einem polsterartigen Basisstück schwebende Herz Jesu dar, das von einem Kreuz überhöht und von einer Dornenkrone umrahmt wird. Seitlich davon, auf Wolkenbauschen, befinden sich je zwei geflügelte Engelsköpfchen. Darunter ist unter einem geflügelten Engelsköpfchen, innerhalb eines Rondells, das Lamm Gottes zu sehen, flankiert von zwei betenden Engeln.
Das in „Mosaïquetechnik“ meisterlich ausgeführte Objekt weist den Handstil des Diepper Elfenbeinschnitzers A. Lefébure (Lefebvre, Lefèvre) auf, dessen Schaffensperiode um das Ende der Regierungszeit Ludwigs XVI. angesetzt wird (Lit.:P. W. HARTMANN, Elfenbeinkunst, S. 189).
Erwähnenswert ist, dass die gitter- und stabförmigen Durchbruchsarbeiten dieses Objektes keinerlei Beschädigungen aufweisen, was äußerst selten ist. Spannungsrisse und Bruchstellen sind bei solch feinen als Durchbruchsarbeit ausgeführten „Mosaïquearbeiten“ die Regel.
Höhe, mit Anhängeöse: 22 cm.
MOSAÏQUE, franz. „Mosaik“. Neben der üblichen Bedeutung wird der Terminus in Frankreich für eine besondere Art der Elfenbeinschnitzkunst des 18. Jahrhundert verwendet. Bei den so bezeichneten Ajourarbeiten, die aus dem Barock oder Rokoko stammen, erinnert die gleichmäßige Form der gitterartigen Durchbrüche an ein Mosaik. Es werden dabei Flachreliefschnitzereien von einer sehr feinen gitterartigen Ajourschnitzerei umgeben.
Preis: nicht vermerkt
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