|
Art. Nr.: 16
Aphrodite mit Amor und einem Putto. Elfenbeindose
18. Jahrhundert, Dieppe, Frankreich.
Abgebildet in dem Buch: P. W. HARTMANN, Elfenbeinkunst, S. 162.
Das als Rundbild ausgeführte Elfenbeinrelief befindet sich im Schraubdeckel einer zylindrischen Elfenbeindose. Dargestellt ist Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe, und der kleine Liebesgott Amor, ein im Barock beliebtes Sujet. Die Attribute der Liebesgottheiten sind gleichfalls zu sehen. Rosen, die Lieblingsblumen der Göttin, trägt Aphrodite im Haar, und ein Myrtenbäumchen, ebenfalls eines ihrer Attribute, ist hinter dem Opferstein der Liebe wiedergegeben. Auf dem mit Girlanden geschmückten Stein sitzen zwei Tauben; auch sie werden der Liebesgöttin zugeordnet. Daneben liegt ein Pfeilköcher, das bekannte Attribut Amors. Zu sehen ist auf dem Wiesengrund weiters ein geflügelter Putto. Bei Motiven von Aphrodite und Amor sind oft auch Putti dargestellt. Sie waren im 18. Jahrhundert bei mythologischen Motiven generell als Beiwerk beliebt.
Im Hintergrund ist ein für Diepper Elfenbeinschnitzereien des 18. Jahrhunderts typischer „Liebestempel“ (Le Temple d’Amour) wiedergegeben, in dessen Mitte sich ein Opferstein mit der Flamme der Liebe befindet.
Das Sujet ist ein gutes Beispiel für die damals üblichen Auftragsarbeiten. Im Gegensatz zu heute schätzte man im Barock und Rokoko vor allem das fertige Kunstwerk und erst in zweiter Linie die Inspiration und den Entwurf. Das erklärt, warum bisweilen mehrere Fassungen des gleichen Motivs gemacht wurden. (Bekannte Beispiele sind von Bruegel stammende völlig gleiche Interieur-Bilder und mehrere Fassungen des Turmes von Babel.)
Durchmesser der Miniaturschnitzerei: 6,3 cm.
Durchmesser der Dose: 8,0 cm. Höhe der Dose: 3,3 cm
Preis: nicht vermerkt
|