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Art. Nr.: 23
„Fregatte auf hoher See“. Brosche.
G. Stephany und J. Dresch.
Mikrobild.
Ende 18. Jahrhundert.
Abgebildet und beschrieben in dem Buch: P. W. HARTMANN, Elfenbeinkunst, S. 123.
Das minutiös aus Elfenbein gestaltete Schiff mit geblähten Segeln zählt zu den kleinsten als Hauptmotiv geschaffenen Fregatten. Es ist in der gleichen Manier ausgeführt wie andere von Stephany und Dresch stammende Schiffe, die u. a. bei Ausstellungen in der Royal Academy of Arts in London bewundert wurden.
Wie bei den von den Künstlern signierten Exponaten größeren Formats ist auch bei dem abgebildeten Exemplar das Meer durch wellenförmig ausgeschnittene und kulissenförmig gestaffelt angeordnete Elfenbeinlamellen wiedergegeben, und gleichfalls dient tiefblaues Glas als Hintergrund.
Das als Brosche gefasste Schiff ist typisch für die im nachklingenden Rokoko herrschende Vorliebe für das Außergewöhnliche. Im Zusammenhang mit Mikrobildern galt die Devise: „Je kleiner und feiner, desto wertvoller.“
G. Stephany (Stephani) wird als Augsburger Künstler bezeichnet, z. B. in „Neues allgemeines Künstler-Lexikon“, G. K. Nagler, München 1847. Stephany und sein gleichfalls aus Deutschland stammender Partner J. Dresch arbeiteten in den 1790er Jahren gemeinsam in London. Über die persönlichen Verhältnisse der beiden Künstler ist nicht viel überliefert; die Zeugnisse ihrer Tätigkeit stammen alle aus der Zeit, die sie in England zubrachten.
Wie es heißt, war der englische König Georg III. von ihren Mikroschnitzereien so angetan, dass er sie mit dem Privileg auszeichnete, sich „Elfenbeinbildhauer in Miniatur Ihrer Majestäten“ zu nennen („Sculptors in Miniature on Ivory to their Majesties“).
Der Überlieferung nach traten die beiden Künstler immer gemeinsam auf und waren sehr vermögend, da Kunstliebhaber einander überboten und „heavy sums“ bezahlten, um eines ihrer Bildwerke erwerben zu können.
Bei Betrachtung des minutiös ausgeführten Schiffes wird verständlich, warum die Werke von Stephany und Dresch bei der verwöhnten, anspruchsvollen Londoner Gesellschaft so großen Beifall fanden.
Wie nahezu alle in Mikrotechnik gestalteten Elfenbeinreliefs hat auch diese „Fregatte auf hoher See“ zwei verschiedene Fassungen. Das Segelschiff wurde in eine 1,8 x 2,3 cm große Zargenfassung eingesetzt und die Glasabdeckung durch ein Einsatzrähmchen aus Gold fixiert. Mit dieser „Primärfassung“ wurde das Objekt als „Kunststück“ verkauft. Der Käufer ließ das Objekt dann zusammen mit der „Primärfassung“ von einem Goldschmied in eine in Granulationstechnik ausgeführte und mit Schmucksteinen verzierte 3,5 x 3,0 cm große „Sekundärfassung“ aus Gold (18 Kt.) einsetzen.
Preis: nicht vermerkt
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