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Art. Nr.: 13
WEISSER BERG I, um 1933
JOSEF FLOCH Wien 1894 – 1977 New York
JOSEF FLOCH
Wien 1894 – 1977 New York
13
WEISSER BERG I, um 1933
Öl auf Leinwand, 81 x 65 cm
Signiert rechts unten: Floch
Der bewusste Einsatz einer gedämpften, französisch „kultivierten“ Farbpalette dominiert das vom Künstler mit „Weißer Berg 1“ betitelte Bild. Die Farbtöne des Berges erinnern an schimmerndes Email, das mit den erdigen Tönen der Natur und den in kühlem Blau gehaltenen architektonischen Elementen kontrastiert. Die nuancierte Wahl des Kolorits ist hier Teil der Komposition und schafft als Spannungselement eine gesetzmäßige Ordnung.
Mit verschiedenen Elementen gestaltet Floch den hierarchischen Bildaufbau: Der in die untere Bildhälfte gelegte Horizont verstärkt die Tiefenwirkung des Raumes. Und während in anderen Werken ein Weg oder eine Brücke, stark verkürzt und schnurgerade in das Bild führt, ist es hier die rhythmische Zugkraft einer sich zum Berg schlängelnden Straße. Dazwischen schmiegt sich zwanglos ein dicht zusammengedrängtes Städtchen, ein geschlossenes Bildelement in harmonischer Beziehung zu den aufgelockerten: die der erdigen Flure am Fuße des Berges und die der grünen Felder im Vordergrund, deren Fluidum strichartige Gebilde (Telegrafenstangen) akzentuieren.
Das Verhältnis von Horizontalen und Vertikalen wird von Floch hier nicht rein perspektivisch bearbeitet, sondern in der malerischen Behandlung der Formen betont: in der transluzid wirkenden Anordnung der Häuser und der kraftvollen Körperhaftigkeit des Berges. Insofern geht es Floch nicht – wie vielleicht der erste Blick vermuten lässt – um eine Darstellung der Natur, sondern um ein architektonisches Motiv, das sich wie eine Kathedrale aus einer Landschaft erhebt.
Olga Kronsteiner
Literatur: Karl Pallauf: Josef Floch. Leben und Werk. Österreichischer Kunst und Kulturverlag. Wien 2000, Werkverzeichnis Nr. 214 , Abb. S. 194.
Preis: nicht vermerkt
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