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Art. Nr.: 20
NACH RECHTS SCHREITENDER MÄDCHENAKT, 1906/07
GUSTAV KLIMT Wien 1862 – 1918 Wien
GUSTAV KLIMT
Wien 1862 – 1918 Wien
20
NACH RECHTS SCHREITENDER MÄDCHENAKT, 1906/07
Bleistift auf Papier, 560 x 368 mm
Diese Zeichnung wird in den Nachtrag des Klimt - Werkverzeichnisses
von Marian Bisanz - Prakken/Albertina, Wien aufgenommen.
Die Studie eines in Schrittstellung dargestellten Mädchenaktes, die hier erstmals präsentiert wird, gehört zu einer großen Gruppe von Blättern (1906/07), in denen Klimt sich eingehend mit dem Motiv des Schreitens auseinandergesetzt hat. Zu diesem Zweck ließ er mehrere Modelle in unterschiedlichen Stellungen posieren; die hier gezeigte Variante mit der auf der rechten Schulter ruhenden Hand wird von einer eigenen Gruppe vertreten. Mit welchem Gegenstand Klimt die ausgestreckte linke Hand versehen wollte, ist nicht bekannt; auf einer der Studien umfasst das Modell mit dieser Hand ein Cello. Alice Strobl zufolge könnten die „Schreitenden“ im Hinblick auf jene Stelle im Stoclet-Fries konzipiert gewesen sein, an der sich in der endgültigen Fassung die Figur der „Erwartung“ präsentiert. Zum Schreiten als Ausdruck der Zielstrebigkeit – ein adäquates Motiv für eine Fries-Gestaltung – gesellt sich eine Geometrisierung der Gesten und Bewegungen, die sowohl an alt-ägyptische oder assyrische Flachreliefs als auch an Beispiele zeitgenössischer Monumentalkünstler wie Ferdinand Hodler denken lässt. Die scharfen und zugleich von organischem Leben erfüllten Umrisslinien werden – charakteristisch für Klimt – stellenweise durch Strichkonzentrationen verstärkt, wodurch sich die Körperformen reliefmäßig abheben. Besonders deutlich zeigt sich in dieser Studie das Spannungsfeld zwischen strenger Flächengebundenheit und linearer Subtilität.
Marian Bisanz - Prakken
Literatur: Alice Strobl: Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1904 – 1912. Band II, Verlag Galerie Welz. Salzburg 1982, vgl. Abb. 1) Nr. 1533-1570, S.113 - 117, 2) Nr. 1558-1570, S. 117.
Preis: nicht vermerkt
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