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Art. Nr.: 35
BLICK ÜBER DÄCHER (PAYERBACH), um 1908
KOLOMAN MOSER Wien 1868 – 1918 Wien KOLOMAN MOSER
Wien 1868 – 1918 Wien
35
BLICK ÜBER DÄCHER (PAYERBACH), um 1908
Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm,
Monogrammiert rechts unten: KM
Am Beginn seiner intensiven malerischen Phase ab 1907 sind es neben Stilleben vor allem Landschaften, die Kolo Mosers Interesse wecken, und die er möglichst naturgetreu wiederzugeben versucht. Während seiner Aufenthalte im Sommerhaus der Familie Mautner Markhof – der Familie seiner Frau – setzt er sich intensiv mit dem Semmering und seiner Umgebung auseinander. Der Landsitz am Wolfsbergkogel ist Treffpunkt des großen Freundeskreises von Ditha und Kolo Moser. Viele Künstlerkollegen aus dem Umkreis von Secession und Wiener Werkstätte sind hier regelmäßig zu Gast. Rax und Schneeberg, die in Mode gekommenen Sommerfrische-Orte Reichenau und Payerbach bieten ihm reizvolle Motive, um seine Vorstellungen von Farbwirkungen und Kontrasten zu erproben. Inspiriert von den Lichtstimmungen der Berge unter den verschiedenen Bedingungen von Wetter und Tageszeiten wird seine Farbpalette reduziert, kühles Blau und Grau, mattes Grün, fahles Violett, gebrochene Ockertöne verdrängen die leuchtenden Farben. Auch auf theoretischer Ebene setzt Moser sich mit dem Wesen von Malerei und Farben auseinander und studiert Goethes Farbenlehre. „Während er sonst jahrelang, wenn er überhaupt einmal ein Buch zur Hand nahm, immer nur Nestroy und Abraham a Santa Clara las, fing er jetzt auf einmal gierig Goethe zu lesen an. Erst den Faust, dann die Farbenlehre“, erinnerte sich Hermann Bahr. Im Katalog der Nachlass-Ausstellung von 1920 ist das Bild mit der Nr. 15 angegeben.
Maria Rennhofer
Literatur: Maria Rennhofer: Koloman Moser. Leben und Werk. Verlag Christian Brandstätter. Wien 2002, S. 196., Abb. 337.
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