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Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945

Art. Nr.: 54
KOMPOSITION, 1959
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MAX WEILER Absam bei Hall in Tirol 1910 – 2001 Wien

MAX WEILER
Absam bei Hall in Tirol 1910 – 2001 Wien


54
KOMPOSITION, 1959
Aquarell und Bleistift auf Papier, 625 x 880 mm
Signiert und datiert rechts unten: M. Weiler 59

In den 50er Jahren befreit sich Weiler immer mehr vom äußeren Gegenstand hin zu einer freien gestischen Malerei. Sein zentrales Thema wird der direkte und persönliche Dialog mit der Natur, einer Natur, die er, wie er betont, als umfassende schöpferische Darbietung sieht. So werden Naturerscheinungen als abstrakte Kompositionen behandelt, wobei der Gefühlswert der Farbe starkes gestalterisches Element ist. Auch dieses Aquarell aus den späten 50er Jahren besticht durch seine extreme Farbigkeit, die dennoch einen harmonischen und gefühlvollen Eindruck vermittelt. Friesähnlich zieht sich die querformatige Komposition über das Blatt, scheint sich über die Ränder hinauszubewegen. Dichte, wolkenähnliche Formationen in warmem Ziegelrot werden rhythmisch von länglichen, in dunklen, erdigen Tönen gehaltenen Farbflecken unterbrochen. Es wirkt als ob sich diese schmalen, wendigen Gebilde in das üppige Rot hineinschlängeln, sich geradezu hineindrängen wollen. Vereinzelt gesetzte, kleine Einsprengsel in Sonnengelb und Kobaltblau sorgen für zusätzliche Kontraste. Entstanden nur vier Jahre nach der Wandgestaltung des Innsbrucker Hauptbahnhofes, die die Geschichte der Stadt in einfach erkennbaren, einander zugeordneten Szenen darstellt, zeigt diese Arbeit deutlich den wichtigen Schritt in Richtung Abstraktion, der nun im Weilerschen Œuvre stattfindet: thematisch zwar immer der Natur als solche verpflichtet, werden die Bildgegenstände, alle Inhalte neu geschaffen in Form unterschiedlich gewichteter und einander dynamisch zugeordneter Farbflächen. So wird die Vielfalt des natürlichen Kreationsprozesses nicht nur symbolisiert, sondern gleichsam aus dem Inneren heraus verdichtet wiedergegeben, wodurch sich auch die - nicht allein auf der intensiven Farbigkeit beruhende - besonders expressive Wirkung dieses Blattes erklärt.

Alexandra Grubeck


Literatur: Ausstellungskatalog: Weiler. Verwandlungen. Arbeiten auf Papier von 1953 bis 1969. Graphische Sammlung Albertina. Wien 1990; Siehe auch www.maxweiler.at

Preis: nicht vermerkt


Band 08
55 56 54 1 2
WIE EINE ... WIE EINE ... KOMPOSITI... STILLLEBE... TROPEA, 1965