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Art. Nr.: 484
Hans Daucher (um 1485 tätig in Augsburg, Wien und Stuttgart – 1538) zugeschrieben
“Ain stainernes rundes Conterfectl von Kayser Ferdinand”, Reliefbildnis Kaiser Ferdinands I. im Rechtsprofil, den Mund leicht geöffnet, mit einem breitrandigen Hut und in zeitgenössischer Kleidung, den Orden vom Goldenen Vlies tragend, auf rundem gefleckten ockerfarbenen Jaspis, 9 cm, in altem, runden ebenisierten Rahmen, (Wo)
Literatur: G. Habich, Die Deutschen Medailleure des XVI. Jahrhunderts, 1916, Band I, i, S.20, Nr.92, abgebildet auf Tafel XV. G. Habich (op. cit.) schlägt vor, dieses Reliefporträt dem in Augsburg tätigen Victor Kayser (1502–1552) zuzuschreiben.
Provenienz: aus der Sammlung der Markgrafen und Großherzöge von Baden; aufgeführt in den Inventarbüchern: 18. Jhd. Nr. 12; Koelitz 1883, Nr.27; österreichische Privatsammlung
Kaiser Ferdinand I. wurde 1503 als zweiter Sohn Philipps des Schönen und Juanas von Kastilien geboren. Ursprünglich zum Thronfolger in Spanien bestimmt, verließ er 1517 das Land, während sein älterer Bruder Karl König von Spanien wurde. 1521 überließ ihm der inzwischen zum römischen König gewählte Karl V. die nieder- und innerösterreichischen Länder. Ferdinand heiratete Anna von Ungarn, den Abmachungen der Wiener Doppelverlobung von 1515 entsprechend. 1522 erhielt er zusätzlich Tirol, die habsburgischen Vorlande mit Freiburg im Breisgau und Württemberg.
Nach dem Tod Ludwigs von Ungarn wurde er 1526 König von Böhmen und Ungarn, 1531 römischer König. Er residierte in der neu eingerichteten Wiener Hofburg. Die Gründung der Kunstkammer, des ersten Münzkabinetts und der Hofbibliothek, der heutigen Nationalbibliothek, zeugen vom künstlerischen Interesse und der philologischen Bildung Ferdinands I. 1558 folgte er seinem verstorbenen Bruder in der Kaiserwürde nach, er starb 1564.
Schätzpreis: von € 12.000,00 bis € 14.000,00
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