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300 Jahre Dorotheum
Jahresrückblick 2007

26.-30. November 2007:
Jubiläumsauktion Teil IV
 
 
Auktionskalender

Dorotheum GmbH & Co KG (Wien)
IA - International Auctioneers
, A-1010 Wien, Website öffnen

Dieses Stück war in der bereits abgelaufenen Auktion am 24.04.2007

Kaufobjekt

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Kunst des 16. Jahrhunderts
Alte Meister
religiöses, philosophisches oder mythologisches Thema

Art. Nr.: 461
Maerten van Heemskerck (Heemskerk 1498 – 1574 Haarlem)
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Der dornengekrönte Christus,
Öl auf Holz, 80 x 63,5 cm, o. R., (Wo)


Literatur: Das Gemälde ist aufgeführt und beschrieben in der Monographie von Rainald Grosshans, Maerten van Heemskerck, Horst Boettcher Verlag, Berlin 1980, S.180, Nr.60, Abb. Nr.90. Dr. Grosshans datiert das Gemälde in die Zeit um 1545/50 im Anschluss an den verspotteten Christus in Pommersfelden und den Schmerzensmann in Greenville, South Carolina, Bob Jones University, Art Gallery, Kat. Nr.65 (siehe Abb. in diesem Katalog).

1532 bis 1536 arbeitete Heemskerck in Rom und schulte sich an den Werken Michelangelos. Ein besonderes Interesse brachte Heemskerck dem Studium der Anatomie entgegen. Dies bezeugen seine Bildfiguren, deren Muskulatur, wie im vorliegenden Gemälde stets übermäßig betont ist, so als würde sie, der ausgleichenden Wirkung der Haut entbehrend, offen liegen. Der Auf-schwung der anatomischen Wissenschaft seit dem 15. Jahr-hundert, der seinen Niederschlag in einer Fülle von Neuer-scheinungen wichtiger Standardwerke der Medizin wie der Schriften von Hippokrates und Galens gefunden hatte, bildete den Hintergrund für die von Künstlern wie Antonio Pollaiuolo oder Vasari und Salviati betriebene praktische Anatomie, die darauf ausgerichtet war, das Verständnis für die Proportionen und die Funktionsweise des menschlichen Körpers zu vertiefen. Allem Anschein nach bildeten für Heemskerck sowohl das Studium der antiken Skulptur als auch die zumindest theoretische Beschäftigung mit der anatomischen Wissenschaft die wesentlichen Anregungen, die bei der Wiedergabe der übersteigerten Muskulatur seiner Bildfiguren eine Rolle gespielt haben.

Provenienz: Aus schwedischem Privatbesitz.- Vom 9.10–10.12.1966 in der Gallery Lasson ausgestellt. (Vgl. Weltkunst 36, 1966, Nr. 20, S.924, Abb. Titelseite; Apollo, Okt.1966, S.330, Abb.3). Zuletzt: Catalogue of Pictures by Old Masters, Christie’s 23.2.1968, S. 10, Nr. 26; Pariser Privatbesitz
Schätzpreis: von € 65.000,00 bis € 90.000,00


Archiv: Jubiläumsauktion
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