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Sensationelle, geschliffene Scheelite aus dem Oberpinzgau, Salzburg

Von HR Dr. Gerhard Niedermayr

Das Ca-Wolframat Scheelit – CaWO4 - ist in Klüften von SiO2-armen Gesteinen (Grünschiefern, Amphiboliten), zum Teil aber auch in damit wechsellagernden Quarziten, des Penninikums der Hohen Tauern gar nicht so selten. Das Auftreten von Scheelit in Alpinen Klüften dieses Bereiches (z. B. Lassacher Kees am Ankogel und Hochwurtzen/Kärnten, Laperwitz bei Kals/Osttirol und Hiefelwand in der Rauris, Totenkopf im Stubachtal, Dunkel-Klamm im Habachtal, Knappenwand im Untersulzbachtal sowie Söllenkar im Krimmler Achental, alle Salzburg; vgl. NIEDERMAYR 1994a) gab vor etwa vier Jahrzehnten auch Anlass zu einer Prospektion auf dieses für die Gewinnung von Wolfram wichtige Mineral in den Ostalpen. 

In der Folge wurde eine der größten Scheelit-Lagerstätten der westlichen Welt im Felbertal, südlich Mittersill, entdeckt. Manche Scheelite, die aus Alpinen Klüften geborgen werden konnten, ließen auch durchaus ein gewisses Schleifpotential erkennen. Scheelit hat zwar eine vergleichsweise geringe Härte (4,5 – 5 nach der Mohs´schen Härteskala), seine hohe Lichtbrechung (1,920 bis 1,936) und Dispersion (0,038) verleiht aber insbesondere farblosen facettierten Steinen einen auffälligen, diamantähnlichen, „fettigen“ Glanz.

Es verwundert daher nicht, dass aus Bruchmaterial auch aparte geschliffene Steine angefertigt werden konnten und Scheelit somit in gewissem Sinn als, wenn auch seltener, Schmuckstein aus Österreich gelten kann (NIEDERMAYR 1994b).

 


 
Fotos: HR Dr. G. Niedermayr

So kennt man facettierte Scheelite aus Material aus der Rauris (Hiefelwand), in bis 3 ct schweren, typisch intensiv orange gefärbten Steinen, und aus dem Vorkommen in der Laperwitz bei Kals, das auch spektakuläre Titanite und bemerkenswerte Milarite geliefert hat. Geschliffene Scheelite aus der Laperwitz sind farblos bis trübweiß und gewöhnlicherweise nicht frei von Einschlüssen. Steine bis fast 30 ct sind aus diesem Material geschliffen worden. Als drittes, geschliffene Scheelite lieferndes Vorkommen, ist die Scheelitlagerstätte südlich Mittersill zu nennen. Hier sind bis zu 7 Kilogramm schwere, in derbem Quarz eingewachsene, relativ gut ausgebildete Scheelitkristalle bekannt geworden. Die meisten Scheelite waren grauweiß, stark getrübt bis undurchsichtig und rissig, doch hat man aus Alpinen Klüften der Scheelit führenden Serie auch wunderbare, modellartig kristallisierte und transparente Kristalle geborgen. Aus solchem Material konnten auch facettierte Steine hergestellt werden.

Die größten bisher bekannt gewordenen geschliffenen Scheelite hatten dabei ein Gewicht von 20 ct. Im Rahmen der 17. Mineralien-INFO in Bramberg im Oberpinzgau stellte aber nun der junge Bramberger Sammler Andreas Steiner, der schon durch seine herrlichen Smaragd-Skulpturen und für eine Reihe bemerkenswerter Funde von alpinen Mineralien für Aufsehen gesorgt hat, eine Suite von teils unglaublich großen, geschliffenen Scheeliten vor. Es war ein ca. 2,5 Kilogramm schwerer Scheelitkristall, den der Mittersiller Sammler Christian Cavelar vor einigen Jahren im Untertage-Bereich der Scheelitlagerstätte bergen konnte, der das Rohmaterial für diese Steine lieferte. Der Kristall war beim Versuch, anhaftendes Gestein zu entfernen, leider in viele Teile zerbrochen, offenbarte aber dadurch sein beträchtliches Schleifpotential.

So sind derzeit 12 geschliffene Scheelite angefertigt worden, wobei der größte Stein, ein
5,2 cm großer Tropfen, mit 393,65 ct vermutlich als Weltunikat gelten kann. Der Stein ist ausgezeichnet geschliffen, leicht rauchgrau gefärbt und beinahe frei von Einschlüssen und Rissen. Zusätzlich dazu weist er eine ungewöhnliche Brillanz auf. Weitere herrliche, farblose und hohe Dispersion zeigende Steine haben Gewichte von etwa 169 ct, 118 ct, 39 ct und 31 ct.
Neben Sprüngen und fahnenartigen Heilungsrissen sind noch Chlorit und gelegentlich Karbonat an Einschlussphänomenen festzustellen, üblicherweise sind die facettierten Scheelite aber ziemlich rein. Meiner Meinung nach reiht sich dieses Material unter die besten facettierten Scheelite der Welt ein. Mir sind qualitativ hervorragende, orangebraun bis rötliche Scheelite aus Russland, China und Namibia bekannt, die aber bei weitem nicht die Größe der Steine aus der Scheelitlagerstätte Mittersill erreichen. Aus der Gamsberg-Region in Namibia sind allerdings herrliche goldbraun gefärbte, facettierte Scheelite von bis zu 60 ct bekannt geworden. Obwohl Scheelit mit einer Härte (nach Mohs) von um 5 sicherlich nicht als idealer Schmuckstein zu betrachten ist, ist das hier beschriebene Material aus der Scheelitlagerstätte Mittersill wohl zu den bemerkenswertesten geschliffenen Steinen österreichischer Provenienz zu rechnen.

Angeführte Literatur:
NIEDERMAYR, G. (1994a): Die Mineralvergesellschaftungen der Hohen Tauern. In: MINERAL & ERZ in den HOHEN TAUERN, Katalog zur gleichnamigen Sonderausstellung im Naturhistorischen Museum Wien, 149 S. (55 – 87).
NIEDERMAYR, G. (1994b): Edel- und Schmucksteine aus Österreich. – Katalog zur gleichnamigen Sonderausstellung im Heimatmuseum Bramberg, Haltern/Westfalen: BRD


Einige Scheelite aus der Lehrsammlung Prof. L. Rössler zum Vergleich:
Fotos: Prof.L.Rössler


China 2,10ct
>>UVS


Namibia, 1,08ct



Namibia, 4,33ct
>>UVS


Namibia, 6,24ct





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