Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »
Kurse Ö.Gem.G.
Frühjahrsprogramm 2008
Kurse WIFI
Qualifiz.Schmuckverkäufer
Diplomierter Juwelenfachmann
Laufende Edelsteinkurse

GEM - Nachrichten Nr. 20
Spondylidae
Polluctit
Sodalith
Rekristallisierte Tansanite
Imitationen für Tansanit
Synthetischer Zirkonia
Bernsteinimitate
Übersicht Bernsteinimitationsarten
Zuchtperlen ohne Kern
Zuchtperlen mit Kern
Bergkristalle
Korallen
Bestrahlte Topase
Bedampfte Topase
Mystik Topas + Tavalite
Beschichtungsart aus den USA
Grün gebrannte Amethyste
Synth. Grüne Quarze
Bestrahlte Grüne Quarze
Tahiti-Kulturperlen
Diamant aus Haaren
Opale
Der Wittelsbacher
Diplomverleihung
Aus- und Weiterbildung
WIFI Linz
Messesplitter Intermineralia
Ametrin Dublette
Neues Türkismaterial?
Gebr. Jade als Serpentinite
Synthetischer Moissanit
Jung-Gemmologentreffen
Weltbank / intern. Minenprojekte
Impressum

GEM - Nachrichten Nr.19
Opalmatrix-Matrixopal
Kleiner Opal-Rekurs
Scheelite
Nachwuchsgemmologen
Wichtigkeit Gemmologie
Kufubu Smaragde
Paraiba Turmaline
Omphazit-Jade
Bernsteinmuseum
Oberflächenbeschichtung
Diamanten
Bilder Gemmologenabende
Untersuchungspraxis I
Untersuchungspraxis II
Untersuchungspraxis III
Grüner Dresdner
Leserbrief
Korallen
einige Raritäten
Impressum

Ö.Gem.G. NEWS
Bernstein
Imitationen für Feueropal
Synthetischer Saphir nach Chatam
Diamant
Synthetischer Smaragd nach Chatam

Edel- und Schmucksteine
ein Rückblick ins 20.Jht.

Anbieter

Österreichische Gemmologische Gesellschaft
Goldschlagstrasse 10
A-1150 Wien
(Anfahrtsplan anzeigen
Tel: 0676 301 40 66
Fax: 0043 1 231 22 38

E-Mail senden

 
Registriertes CIBJO-Institut und ICA Member


Aus der Edelsteingeschichte

„GRÜNER DRESDNER“ – oder „Diamant im grünen Gewölbe“

Fritz PFAFF, Zwiesel

Gemmologen und Sachverständige müssen auch Edelsteingeschichte verstehen. Wir hatten uns vor Kurzem mit dem „FLORENTINER“, dem Stein der Habsburger beschäftigt und ein treues Ö.Gem.G.- Mitglied aus Deutschland, Herr Fritz A. Pfaffl (Consulting Geologe) und Präsident des Dachverbandes der Naturwissenschaftlicher Vereinigungen Deutschlands, beschäftigte sich mit zwei bedeutenden historischen Diamanten, nämlich mit dem „Grünen Dresdner“ und dem „Blauen Wittelsbacher“. Der „Gründe Dresdner“ ist im Grünen Gewölbe zu Dresden beheimatet. Wir werden die Publikation von Herrn Pfaffl hier wiedergeben.
Der „Grüne Dresdner“ ist mit seinen 40 ct der weltgrößte grün gefärbte Diamant und das Glanzstück der Edelsteinsammlung im Grünen Gewölbe. 1740 wurde der der Diamant von Kurfürst Friedrich August II. der Starke von Sachsen auf der Leipziger Messe gekauft. 1942 lagerte man den Diamanten gemeinsam mit den übrigen kostbaren Juwelen auf der Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz aus, 1945 von der Sowjetarmee als Kriegsbeute beschlagnahmt, 1958 dem Historischen Museum in Dresden wieder zurückgegeben.
EINST AUF DER LEIPZIGER MESSE GEKAUFT!

Glaubhaft überliefert ist, dass der kostbare Diamant 1740 (nach anderer Version 1743) von Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen von einem holländischen Kaufmann auf der Leipziger Messe für 15.000 Taler gekauft wurde.

Von diesem Zeitpunkt an war der Diamant ein fester Bestandteil des sächsischen Kronschatzes. Fasziniert vom Glanz des französischen Hofes in Versailles, suchten die großen und kleinen Fürsten in Deutschland einander an Luxus und Prachtentfaltung zu übertreffen. Könige, Kurfürsten und Landgrafen ließen sich herrliche Barockschlösser errichten, in denen ein Fest dem anderen folgte. Sie dienten als Szenerie für die Zurschaustellung von Juwelen, die kaum weniger prächtig waren als die französischen Kronjuwelen.

Man legte damals größten Wert auf den Besitz eines sehr kostbaren Steines als Glanzstück einer Edelsteinsammlung, und auch seine Fassung musste ganz dem Pariser Stil entsprechen. Der grüne Brillant, fortan als „ Grüner Dresdner“ bezeichnet, wurde mit zwei großen weißen Diamanten (31 und 34ct) und einer großen Anzahl von kleineren Diamanten zu einem kunstvollen Schmuckstück, das an die Form eines Ordens erinnert, verarbeitet. Im Museumsführer wird das Schmuckstück als Hutspange mit Diamantenstrauß, der an elegant geschwungenen Borten befestigt ist, beschrieben.


Kurfürst Friedrich August II.
der Starke von Sachsen

Der „Grüne Dresdner“ ist unter den Diamanten eine Seltenheit ersten Ranges; ein birnenförmiger Stein von fast 41ct, in der Farbe eines wunderschönen apfelgrün, der angeblich wie so viele berühmte Diamanten aus Indien stammen soll. Es handelt sich nach Angabe der Verwaltung des „Grünen Gewölbes“ um den größten existierenden grünen Diamanten überhaupt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang zu erfahren, dass einst August der Starke von Sachsen (1670 – 1733) auch einen weißen Diamanten, der später den Namen „Weißer Dresdner“ bekam, für viel Geld (etwa 1,000.000$ = € 460.000) nach heutigem Wert, ankaufte. Dieser Diamant ein rechteckiger 49,71 ct schwer (lt. Museumsführer 48,5 ct) ist vom „allerschönsten weiß“ und soll angeblich auch aus den berühmten alten Diamantminen von Golconda in Südindien stammen. Er wurde ebenfalls wie der Grüne Dresdner in ein Schmuckgehänge (Achselschleife) in der Form eines Ordens gemeinsam mit 19 großen und 216 kleinen Diamanten gefasst.

DAS GRÜNE GEWÖLBE WIRD SÄCHSISCHE SCHATZKAMMER

August der Starke war nicht der erste Wettiner, der Kostbarkeiten in Sachsen sammelte. Schon 1560 hatte Kurfürst August, einer der bedeutendsten regierenden Fürsten aus dem Hause Wettin, die Dresdner Kunstkammer im dritten Obergeschoß des Schlosses gegründet.
Siebenundzwanzig Jahre später gab er eine Inventarliste auf 317 Doppelseiten an, was inzwischen schon zusammengekommen war.

In diese Kunstkammer wurde damals aufgenommen, was rar war oder als rar galt, was den Hauch des Exotischen, oft des Seltsamen trug. August der Starke war zu seiner Zeit unter den deutschen Kurfürsten einer der verständigsten und zielstrebigsten Kunstsammler. Die alte Raritätenkammer wurde allmählich zu klein, sodass er zwischen 1721 und 1724 im Schlosskeller ein absolut einbruchsicheres Museum einrichten ließ. Die grün gestrichenen und gewölbten Räume bekamen den Namen „Grünes Gewölbe“. Es war das erste Schatzkammermuseum Europas.

Das Grüne Gewölbe war die Schatzkammer des sächsischen Fürstenhauses. In ihm befanden sich Werke aus Gold, Silber, Bergkristall und farbigen Edelsteinen in reichen emaillierten Fassungen, verschwenderisch mit Schmucksteinen besetzt, Werke aus Perlmutt, Korallen, Straussen Eiern, Kokosnüssen und anderen exotischen Materialien, der sächsische Kronschatz mit seinen strahlenden Juwelengarnituren sowie nahezu das gesamte Werk Johann Melchior DINGLINGERS, des berühmten Dresdner Goldschmiedes der Barockzeit.
IN DIE SÄCHSISCHE SCHWEIZ AUSGELAGERT

Während des zweiten Weltkrieges 1942, wurden die Schätze des „Grünen Gewölbes“ mit samt dem „Grünen Dresdner“ wegen drohender Luftangriffe auf Dresden auf die Festung „Königstein bei Pirna“ in der sächsischen Schweiz ausgelagert. Die Festung befindet sich auf einem 9,5ha großen Sandsteinplateau, 240 m über der Elbe. Sie gilt als eine der größten europäischen Anlagen.

1706/07 war hier der Erfinder des europäischen Porzellan Johann Friedrich Böttger (1682 – 1719) eingekerkert. Ab 1940 waren es dann hohe französische Offiziere als Kriegsgefangene, die 1945 den einrückenden Russen das Versteck offenbarten. Erst 1958 wurden die konfiszierten Bestände wieder den staatlichen Kunstsammlungen Dresdens zurückgegeben.

Seitdem war das Grüne Gewölbe behelfsmäßig im Albertinum untergebracht. Bedingt durch die unsinnigen alliierten Bombenangriffe auf die Innenstadt von Dresden am 13. Februar 1945 brannte das Residenzschloss aus. Nur jene Räume im Keller, die schon im 18. Jh. als die sichersten gegolten hatten, blieben wie ein Wunder zum größten Teil erhalten. Fünf von den ursprünglich acht Räumen des Grünen Gewölbes sind die einzigen in Dresden, die diese Schreckensnacht überstanden haben.

Seit September 2004 ist das Grüne Gewölbe an seinen ursprünglichen Ort in das Dresdner Residenzschloss zurückgekehrt. Zunächst wird ein Teil der Sammlung in moderner Gestaltung im Neuen Grünen Gewölbe in der ersten Etage des Westflügels ausgestellt.


„Der
„Grüne Dresdner“

Hier werden neben anderen Kunstwerken von hohem Rang Johann Melchior Dinglingers Hofstaat des Großmoguls, das Goldene Kaffeezeug, der Kirschkern mit „186 Angesichtern“, die große Elfenbeinfregatte und phantasievolle Perlfiguren in einer weltweit einzigartigen Ausstellung präsentiert.

Zum Stadtjubiläum 2006 wird auch das historische Schatzkammermuseum August des Starken in den Gewölben im Erdgeschoss des Westflügels eröffnet. In den historischen Räumen stehen die kostbaren Kunstwerke nicht in Vitrinen, sondern frei auf Konsolen von Schauwänden und auf Prunktischen. Die Besucher können die Pracht der Schatzkammer als barockes Gesamtkunstwerk in seinem schönsten Glanz und hautnah erleben.


Schrifttum:
Delan Reinhart (1989: August der Starke- Bilder einer Zeit. Mitteldeutscher Verlag Halle Leipzig
Frégnac Claude (1986): Schöner Schmuck. – Mundus verlag essen
Littich Franz (1982): Historische Diamanten und ihre Geschichte, Rühle Diebener Verlag Stuttgart
Menzhausen Jorchim (1981): Einführung in das Grüne Gewölbe.- 7. Auflage, Staatliche Kunstsammlung Dresden.
In unserer nächsten Ausgabe berichten wir über den „Wittelsbacher-Diamant“.







Dieser Eintrag ist in folgenden Kategorien gelistet:
Vereine, Interessenvertretungen, Ämter
Sachverständige, Gutachter