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Das Auktionshaus Stahl

Vorbericht
Frühjahrsauktion 2012

Anbieter

Auktionshaus Stahl e.K.
Graumannsweg 54
D-22087 Hamburg
(Anfahrtsplan anzeigen
Tel: 040 34 34 71
Fax: 040 348 04 32

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Das alteingesessene, traditionsreiche Auktionshaus Stahl bietet in seinen Auktionen gr. Privatsammlungen aus den Bereichen Gemälde Alter und Neuerer Meister, sowie Norddeutsche und Marinemalerei, Porzellan, Möbel, Schmuck,Silber und Kleinkunst.


Vorbericht zur Auktion am 18. Februar 2012
Der Auftakt des Jahres startet bei Stahl in Hamburg mit einem gewohnt qualitätvollen und vielseitigen Auktionsprogramm. Zu den Höhepunkten der Gemälde-Offerte zählen die in ausdrucksstarken Farben leuchtenden ’Tulpen in einer Vase’ von Louis Valtat, einem Mitbegründer des Fauvismus. Das um 1923 geschaffene Gemälde befindet sich seit fast 80 Jahren im Besitz derselben Familie. Erworben wurde es Anfang der 30er Jahre in Frankreich von Erna Rehwoldt, einer Freundin von Auguste Rodin, Stefan Zweig und Émile Verhaeren, dessen Gedichte sie auch ins Deutsche übertrug. Für das mit attraktiven 20.000 € angesetzte Gemälde im flächigen Stil der Reifezeit Valtats wird bei Stahl eine deutliche Preissteigerung erwartet. Wilhelm Kuhnert gehört zu den meistgesuchten und höchstbezahlten deutschen Tiermalern. Für ein großformatiges Gemälde mit ’Tigern auf der Pirsch’, das bei Stahl im September 2011 für über 100.000 € den Besitzer wechselte, hat das Hamburger Auktionshaus einen der besten Zuschläge für ein Gemälde des Künstlers in Kontinentaleuropa erzielt. Auch in dieser Auktion ist wieder ein Gemälde mit Tiger im Angebot. Das Werk wurde vom Potsdamer Sammler und Großwildjäger Carl Becker direkt bei dem befreundeten Künstler erworben und befindet sich bis heute im Besitz seiner Nachfahren. (18.000 €). Großes Interesse erregen dürften auch ’Fünf Enten im Halbschatten’ von Alexander Koester (16.000 €). Bereits sehr früh hatte Koester mit seinen Wasservögeln großen Erfolg. Enten in zahllosen Varianten wurden das beherrschende Thema seiner künstlerischen Laufbahn, und es gelang ihm, dem Thema immer neue Facetten abzugewinnen. Ähnlich wie Wilhelm Busch fand er in seinem Spätwerk zu einem reduzierten Stil, der deutliche Abstraktionstendenzen aufweist. Auch das Angebot bei den modernen und zeitgenössischen Künstlern kann sich sehen lassen. Carl Christoph Hartig zeigt sich mit seinen 1912 auf dem Pariser Salon d’Automne ausgestellten ’Badenden’ auf der Höhe seiner Zeit und auf dem Höhepunkt seines Schaffens (4.500 €). Der Salon d’Automne war 1903 u.a. von Paul Cezanne, August Renoir u. Albert Marquet als progressive Alternative zum offiziellen Salon de Paris gegründet worden und war zu Beginn des 20. Jahrhunderts der maßgebliche Ausstellungsort für avantgardistische Kunst. Nach sozialkritischen Anfängen war im späteren Werk von Conrad Felixmüller Platz für beschaulichere Themen. Das mit 7.500 € angebotene ’Stilleben mit Rosenstrauß und Leuchter’ von 1961 ist ein gutes Beispiel dafür. Ab 1970 begann Paul Wunderlich sich kreativ mit der Kunst der Alten Meister, vor allem mit Dürer zu beschäftigen. Seinen Niederschlag fand die Auseinandersetzung mit dem großen Vorbild in der subtilen Linienführung des 1970 entstandenen Gemäldes ’Weiblicher Akt mit Fisch’ aus der Serie ’Cut out im Queroval’ (6.500 €). Die Sammler hochwertiger Graphik dürfen sich auf den üppigen ’Liegenden weibliche Akt II’ freuen, eine 1920 von Alexej von Jawlensky signierte Lithographie (9.000 €). Im Angebot ist auch einer der beliebtesten deutschen Künstler, der vielen vor allem als Dichter und Urvater des Comics bekannt ist: Wilhelm Busch. Trotz beachtlicher Zuschläge in der Vergangenheit ist seine Bedeutung als Maler auf dem Kunstmarkt noch immer nicht genügend gewürdigt. Bei Stahl kommt ein typisches Kleinformat mit einer Bäuerin im Freien für moderate 3.800 € zum Aufruf. Das Gemälde stammt aus der späten und besten Schaffensphase um 1885/90, als der Künstler durch weitgehende Reduktion der Details und eine expressive Malweise seine Motive in einer Weise abstrahierte, die ihrer Zeit weit voraus war. Ein Garant für gute Zuschläge ist der Niederländer Louis Apol. Schon zu Lebzeiten hatte er mit seinen Winterbildern, in denen Menschen nur eine untergeordnete Rolle spielen, großen Erfolg. Um sich in der Kunst der Schneemalerei weiter zu vervollkommnen, nahm er eigens an einer Arktisexpedition teil. Bei Stahl sucht eine seiner typischen verschneiten Landschaften mit Sonnenuntergang für 6.000 € einen neuen Besitzer. Die Sektion Norddeutsche und Marinemalerei glänzt dieses Mal u.a. mit dem bedeutungsschweren ’Eintritt der Eiskönigin’ des seltenen Herbert Spangenberg (3.800 €,), einem der gesuchten Zirkusbilder von Arnold Fiedler (4.500 €), sowie einem großformatigen Schiffsporträt des 1902 vom Stapel gelaufenen Hapag-Lloyd-Dampfers ’Kaiser Wilhelm II.’ vom deutsch-amerikanischen Marinemaler Wilhelm Pansing (9.000 €). Das umfangreiche und hochwertige Asiatika-Programm des Auktionshauses Stahl zieht von Auktion zu Auktion vermehrt eine rapide wachsende, solvente chinesische Klientel an. Unter den über 200 Losen dürfte die große Dehua-Figur einer Guanyin auf besonderes Interesse stoßen (1.100 €). Diese im Westen Blanc-de-Chine genannten Stücke aus der Region Dehua erlebten im ausgehenden 19. Jahrhundert und in den letzten Jahrzehnten des chinesischen Kaiserreiches eine erneute Renaissance. Die hier angebotene, majestätisch auf einem Drachen und inmitten von Wellen stehende Figur besticht durch ihre verfeinerte skulpturale Auffassung und dem zarten elfenbeinfarbenen Schimmer des Weißporzellans. Ihre Marke verweist auf den Umkreis gesuchter Künstler der Dehua-Werkstätten, wie Su Xuejin (1869-1919) and Xu Youyi (1887-1940). Vergleichbare Stücke konnten in letztjährigen Auktionen auf internationalem Parkett ihre Taxe mehr als vervierfachen und erzielten Rekordpreise. Von ebenfalls hoher künstlerischer Qualität ist eine Famille-Rose-Kumme mit Vier-Jahreszeiten Landschaften auf himbeerfarbenem Fond (1.200 €). In vier fein gemalten Medaillons sind hier der Lauf des Jahres und der stimmungsvolle Wechsel im Landschaftsbild festgehalten. Referenzstücke dieses Objekts finden sich in wichtigen europäischen Museen und zeigen die Wertschätzung, die diesen Kostbarkeiten in Europa mit Entdeckung der chinesischen Kunst zuteil wurde. Beim europäischen Porzellan dominieren Erzeugnisse der Manufaktur Meissen. Ludwig Zepner, der langjährige Leiter der Meißener Porzellanmanufaktur, verstarb am letzten Tag des Jubiläumsjahres 2011 zum 300jährigen Bestehen der Manufaktur Meissen. Unter seiner Leitung entstanden die bedeutendsten Neuschöpfungen der Manufaktur, so z.B. das berühmte Jägerservice mit Jagdmalerei. Stahl bietet das komplette Speise-Service für 6 Personen (4.800,- €) mit dem passenden Paar Figuren-Leuchter (1.500,- € pro Stk.) in seiner Auktion an. Weiteres Highlight sind zwei prachtvolle Teller mit Kaiser Wilhelm I. und Szenen des deutschen-französischen Krieges. Sie bezeugen eindruckvoll die große Verehrung, die dem Hohenzollern-Monarchen im ausgehenden 19. Jh. zuteil wurde (je 1.400 €). Die Spannbreite der Möbel reicht von erlesenen Barockmöbeln des 18. Jhs. bis zu modernen Design-Objekten. Zum Aufruf kommt u.a. ein feines Louis-Seize-Schreibmöbel, sog. Zylinderbureau aus Greifswalder Adelsbesitz (8.000,-) sowie skandinavische und italienische Entwürfe, wie z.B. die imposante Venini-Deckenkrone ‚Tribolo’ (800 €). Bei den Bronzen besticht die seltene Bronzefigur 'Trompetender Elefant' von August Gaul, dem herausragenden Bildhauer der Berliner Sezession. Seine Tierplastiken gehören in ihrer gestalterischen Konzeption und Vereinfachung heute wie damals zu den Lieblingsstücken vieler Sammler. (2.800 €). Die Liebermann-Villa am Wannsee widmet sich Gauls Tierbildnissen in der aktuellen Sonderausstellung ‚Ein Zoo für Haus und Garten’. Die Ausstellung läuft noch bis zum 27.02.2012. Imperiale Größe hingegen verheißt das außergewöhnlich Paar feuervergoldeter Bronze-Adler aus der Zeit Napoleon III. von ‚Le Blanc Sculpteur’, für das imposante Paar müssen mindestens 22.000 € investiert werden. Glänzende Stücke finden sich auch in der Silber-Offerte, wie z.B. ein Jugendstil-Kaffee- und Teeservice mit Elfenbeingriffen, das die bedeutende Münchener Silbermanufaktur Weishaupt um 1920 schuf. Das mit 2.900,- € günstig limitierte Service dürfte, nicht nur angesichts der steigenden Silberpreise, eine deutliche Steigerung erfahren. Im Schmuck-Sortiment findet sich wie gewohnt Hochkarätiges. Ein außergewöhnliches Collier mit passender Schmuck-Armbanduhr, besetzt mit Rohdiamanten von ca. 100 ct. und ein Paar Rubin-Cabochons von ca. 170 ct., wurde von dem bekannten Hamburger Juweliers Roesner als Unikat in den 70er Jahren kreiert. Ursprünglich als persönliches Geschenk für seine Gattin gedacht, ging es später zu einem exzeptionellen Preis an einen vermögenden Privatier über. Bei Stahl wird dieses außerordentliche Schmuck-Set für 12.000 € aufgerufen. Doch auch für die Sammler historischer Schmuckstücke hält die Februar-Auktion Preziosen bereit: eine viktorianische Schmuck-Parure mit feinem Turmalin-Besatz aus dem 19. Jh. (1.800,- €) oder eine antike Diamant-Brosche von 1880 (2.800,- €).



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