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Burg Giebichenstein
Hochschule für Kunst und Design Halle


D-06003 Halle

 
Tel: 0049 (0) 345 510
Fax: 0049 (0) 345 522

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Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle

Die Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle, seit 1958 im Status einer Kunsthochschule, wurde ab 1915 durch den Architekten Paul Thiersch zu einer dem Werkstätten-Prinzip verpflichteten modernen Kunstgewerbeschule entwickelt. Handwerkstradition, das künstlerische Einzelstück wie die sachliche Gestaltung von Produkten für die manufakturelle und industrielle Fertigung, Architektur und Architektur bezogene Kunst prägten im Sinne des Deutschen Werkbundes das Profil der Schule. Ab 1958 erfolgte zusätzlich zu den Fachrichtungen der Bildenden und Angewandten Kunst ein schwerpunkthafter Auf- und Ausbau der Gebiete Industriedesign, Raum- und Umweltgestaltung.

Bis heute ist das Zusammenwirken freier und angewandter Disziplinen, die Versammlung einer Vielzahl von künstlerischen und gestalterischen Bereichen bestimmend für das Profil der Hochschule. Sie bietet den Studierenden die Möglichkeit, theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten in den verschiedenen Gebieten von Kunst und Design zu erwerben und durch deren Anwendung in künstlerischen und gestalterischen Projekten eine ganzheitliche Sicht auf die Gestaltung der Umwelt zu entwickeln.

Die Hochschule hat zwei Fachbereiche: Fachbereich Kunst mit den Studienrichtungen Bildhauerei, Buch, Glas, Grafik, Keramik, Malerei, Metall, Schmuck, Textil, Kunstpädagogik (in Kooperation mit der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg) und Fachbereich Design mit den Studienrichtungen Industriedesign, Innenarchitektur, Keramik-/Glasdesign, Kommunikationsdesign, Mode, Spielmittelgestaltung und Textildesign. In allen Studienrichtungen und zusätzlich im Fach Digitale Entwurfsmodellierung und Design-Informatik sind postgraduale Studienformen möglich.

Das Studium beginnt mit einem viersemestrigen Grundlagenstudium mit bildnerischen, kunst- und designtheoretischen, medientechnischen und naturwissenschaftlichen Grundlagen. Es wird mit dem Vordiplom abgeschlossen. Das viersemestrige Hauptstudium ist problemorientiert und wird wesentlich als Projektstudium durchgeführt. Eine Diplomarbeit schließt das Studium ab.

Die Regelstudienzeit beträgt in den Studiengängen des Fachbereichs Design 10 und in den Studiengängen des Fachbereichs Kunst zwischen 8 und 12 Semestern. Das Studium schließt mit dem Diplom für Bildende Kunst, Kunstpädagogik oder Design, in den Lehramtsstudiengängen mit der ersten Staatsprüfung ab.

Voraussetzungen für die Immatrikulation sind die Hochschulreife und die erfolgreiche Teilnahme an der Eignungsprüfung. Dazu legen die Bewerber/innen eigene Arbeiten (in der Regel eine Mappe mit grafischen bzw. malerischen Arbeiten) vor und stellen sich an drei Tagen einer Reihe von praktisch-künstlerischen Aufgaben. Für ein Studium in der Fachrichtung Schmuck ist eine fachpraktische Ausbildung als Gold- oder Silberschmied/in Voraussetzung.

Innerhalb des Studienganges Plastik wird in der Fachrichtung Schmuck die intensive, minuziöse Arbeit im kleinen Format akzentuiert. Hier ist der Gegenstand weniger auf den Raum, eher auf menschliche Körpermaße und das intime Umfeld bezogen: Schmuck, Gerät, Kleinplastik – mit allen Überschneidungen und Grenzgebieten. Auf direkte Weise werden Lebensgefühl, Selbstwert und Selbstdarstellung angesprochen. Die Wahrnehmung erfolgt unmittelbar sinnlich. Der außergewöhnlich hohe Stellenwert emotionaler Bezüge erschwert die Distanz zum Gegenstand, kann aber auch in besonderer Weise produktiv gemacht werden.

Es ist das Anliegen der Fachrichtung, zu bildnerischen Ideen hinzuführen, die sich im Überschaubaren, handhabbaren Gegenstand äußern. Angestrebt wird ein hohes Maß an Sicherheit innerhalb von zunächst gegebenen Markierungen, um darauf aufbauend Grenzüberschreitungen zu provozieren. Das ist auch eine Angelegenheit des souveränen Umgangs mit Techniken und Materialien. Die Vitalität der Fachrichtung steht und fällt mit einer in der Konzeption wie auch der praktischen Organisation angelegten Durchlässigkeit und Offenheit gegenüber angrenzenden, aber auch ferner liegenden Möglichkeiten oder Modifikationen künstlerischer Arbeit.

Die 15 bis 20 Studierenden der Schmuckklasse arbeiten in einem Werkstatt- und Atelierverbund in der Unterburg Giebichenstein.




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