Maler der Tiroler Berge
Walde Egger-Lienz Mulley Nikodem Defregger Prachensky Weiler
Verkaufsaustellung in der Galerie Hassfurther vom 15.09 bis 18.10.2009 
Katalog 48 Gegenüberstellende Anmerkungen zu Mulley und Walde:
Oskar Mulley 1891 Klagenfurt – 1949 Garmisch-Partenkirchen Alfons Walde 1891 Kitzbühel – 1958 Kitzbühel Beide Künstler studierten vor dem ersten Weltkrieg in Wien
Mulley stand unter dem Einfluss von Jettmar; Walde wurde geprägt von der Begegnung mit Klimt und Schiele. Der Höhepunkt des Schaffens Mulley`s (1918 -1934 in Kufstein) und Walde's fällt in die Zeit von 1928 – 1935. Mulley's Gebirge in mosaikartiger lebendiger Spachteltechnik gemalt, wogen zumeist mit dramatscher Wucht und die Höfe, Häuser, Kapellen ragen hoch in kühner, zeitloser, wehrhafter Einöd (locus desertus in montibus). Aber auch kleinformatige schmucke Bergbauernhäuser im Sommerlicht mit schönen kräftigen Farben erfreuen das Auge.
Waldes ausgereifter Formenkanon dagegen gewinnt an Tiefe, Rhythmus und Plastik, die Kontraste sind stark, die Farben differenziert und leuchtend. Die Bilder strahlen eine zeitlose klassische Ruhe aus und zählen zu den besten und ansprechendsten Werken der Neuen Sachlichkeit. Allerdings in den ausgewogenen auf einfache Linien und notwendige Formen reduzierten Schneebildern auf denen z.B. der rote Schifahrer zur Spannung, zur Vertiefung der Raumes hineingestellt ist, gilt Walde mit Recht als der beste Schneemaler des 20. Jahrhunderts.
Mulley und Walde waren in allen bedeutenden Zwischenkriegs-Ausstellungen Österreichischer, Tiroler und Deutscher Kunst vertreten, und wurden mit Egger-Lienz und Nikodem von der Kunstkritik hervorgehoben. Pflege des Werkes durch den Kunsthandel nach 1945: Hassfurther ist nur ein nennenswerter Mulley-Verkaufskatalog (19 Ölgemälde) aus den 90er Jahren bekannt. Keine kontinuierliche Pflege des Werkes. Andererseits durch den großzügigen Verstand der Tochter des Malers Walde wurde der Kunsthandel in ausreichendem Maße mit Werken versorgt und nur so konnte sich ein Walde-Markt mit kontinuierlichen Preissteigerungen entwickeln und bekam dadurch letzlich eine unaufhaltsame Eigendynamik. Die Galerie Hassfurther veranstaltete die erste Verkaufsausstellung in Wien, die erste überhaupt nach 1945: Alfons Walde - Der Expressionist, Der Maler der Tiroler Berge, Der Erotiker Wien 1977 (Die höchsten Auktionsergebnisse für Landschaftsbilder).
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